Der Fokus der Stadtentwicklung liegt in diesem Jahr auf dem Bahnhofsviertel. Links und rechts vom Hauptbahnhof, im Bahnhallen-Quartier und in der ICE-City, ist zwar nach Jahren des gefühlten Stillstands immer noch wenig Veränderung zu sehen. Hinter den Kulissen jedoch wird um Immobilien, Neubauten und Dutzende Millionen Euro verhandelt.

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Für die ICE-City rund um den alten Güterbahnhof östlich des Hauptbahnhofes bekräftigt die Deutsche Bahn ihre Absicht, nicht nur ein deutschlandweites Schulungszentrum „DB Campus“, sondern auch ein Bürogebäude für 1500 Mitarbeiter zu errichten. Erste Vorbereitungsarbeiten beginnen im Herbst.
Rückschlag für die Bundesagentur
Einen Rückschlag, zumindest was den Zeitplan angeht, erlebt hingegen die Deutsche Agentur für Transformation und Innovation (Dati), die ebenfalls mit einem repräsentativen Haus in die ICE-City wollte. Die Bundesregierung bestätigt im November noch das Konzept aus dem Bundesforschungsministerium, das bereits für 2025 ein Budget von 12 Millionen Euro vorsieht. Kurz darauf implodiert jedoch die Ampel: Das Projekt muss nun auf den neuen Bundestag hoffen.
Umso greifbarer sind die Fortschritte im Bahnhallen-Quartier. Mit dem endgültig grünen Licht für die Erweiterung des Thüringen-Parks geht eine jahrelange Seifenoper um die alten Bahnhallen zu Ende: Die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) ist nun tatsächlich Eigentümer. Kurz darauf hängt sie Banner an den Gebäuden auf und führt Sicherungsmaßnahmen durch.
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Stadt will Reichsbahndirektion kaufen
Damit nicht genug. Zufällig wird ebenfalls in diesem Jahr die frühere Reichsbahndirektion verkauft. Das prominente Gebäude steht zwischen dem Bahnhofsvorplatz und den alten Bahnhallen. Jetzt noch eine Barriere, soll es nach den Vorstellungen von Stadtverwaltung und LEG künftig die Pforte zum neuen Quartier sein. Der Stadtrat folgt dem Vorschlag, als Stadt das Vorkaufsrecht zu ziehen, was der LEG den Erwerb zum marktgerechten Preis ermöglicht.
Anderswo in der Stadt gehen die großen Wohnungsbauvorhaben des Europakarrees im Norden und auf der Lingel-Fläche zügig voran. Diese Projekte sind Lichtblicke am privaten Immobilienmarkt, fallen andere Projekte doch in ein Loch: Erst wirft im August der Projektentwickler für „Coloria“ mit 150 Wohnungen am Peter-Vischer-Weg in Daberstedt das Handtuch.
Zwei Großprojekte geraten ins Stocken
Dann steht auch für das geplante „Chronicle“ fest, was sich über Monate hinweg auf der Baustelle andeutete: Es geht erst einmal nicht weiter. Von der dahinter liegenden Pleite des Gröner-Imperiums ist auch das Braugold-Gelände betroffen, das an einen bisher unbekannten neuen Besitzer geht.
Die Kowo vergibt derweil im Mai die Planung für die Talliner Straße. Ihr erstes Wohnungsbauprojekt mit 135 Mietwohnungen soll Ende 2026 fertig sein. Am Hirschgarten wird ein Parkhaus eröffnet, das benachbarte Hotel mit Supermarkt nimmt Gestalt an. Und über die Zukunft des Eichenplatzes wird eifrig diskutiert.
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