Die Krämerbrücke ist ein einzigartiges Kulturdenkmal der Mittelaltermetropole Erfurt. 1117 findet sich der erste Hinweis im Zusammenhang mit einem Brand, bei dem die hölzerne Brücke zerstört wurde. Da dies noch mehrfach geschah, entschieden sich die Stadtväter für einen Steinbau, auf dem wertvolle „Kramwaren“ wie Gewürze, Seide und Goldschmuck angeboten wurden. 1325 wurde der Bau vollendet – vor nunmehr bald 700 Jahren.

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Das Jubiläum wird in diesem Jahr gefeiert. Dabei lässt etwa der Erfurter Geschichtsverein die Historie in der monatlichen Vortragsreihe „Krämer-Brückentage“ Revue passieren. Hinzu kommen Veranstaltungen und Publikationen engagierter Akteure überwiegend aus der Bürgerschaft. Das 50. Krämerbrückenfest steht ebenfalls für eine Erfolgsgeschichte, auch wenn die jüngste Neuausrichtung nicht nur auf Begeisterung stößt.
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Engagierte Bürger verhindern Abriss der Krämerbrücke
Bei aller Jubiläumsfreude sollte man nicht vergessen, dass es auch ganz anders hätte kommen können. Denn 1912 beschloss der Stadtrat einen Straßendurchbruch vom Fischmarkt zur Gotthardtstraße, dem das „Dämmchen“-Viertel nördlich der Brücke zum Opfer gefallen wäre. Sogar der Abriss der Brücke wurde diskutiert. Diese Pläne hat der schon damals sehr engagierte Geschichtsverein mit einer breiten öffentlichen Kampagne verhindert. Heute setzt sich die Stiftung Krämerbrücke für deren Erhaltung und das typische „Krämerbrückenmilieu“ ein.
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„Vergessenes Parlament“ tagte vor 175 Jahren
Vor 175 Jahren sollte das Erfurter Unionsparlament 1850 nach der gescheiterten Revolution 1848/49 die Verfassung für einen deutschen Nationalstaat unter Führung Preußens ausarbeiten. Als Tagungsort richtete man die Augustinerkirche her. Dort wurde die „Erfurter Union“ beschlossen. Diese scheiterte jedoch rasch am Widerspruch Österreichs und Russlands. Der Nationalstaat sollte erst unter Otto von Bismarck, in Erfurt als junger konservativer Abgeordneter dabei, mit der Reichsgründung 1871 zustande kommen.

Lange in Vergessenheit geraten, gilt das Unionsparlament heute als Meilenstein der Demokratiegeschichte und des nationalen Einigungsprozesses. Hieran wird am 20. und 21. März 2025 eine Tagung samt öffentlicher Vorträge erinnern, die der Erfurter Geschichtsverein mit ausrichtet. Auch das Stadtmuseum „Haus zum Stockfisch“ erinnert an das „Vergessene Parlament“. Dies wird an authentischem Ort geschehen, hatte Preußen doch den „Stockfisch“ zur faktischen Regierungszentrale der Union ausgebaut. Im Augustinerkloster wird künftig ebenfalls an das Parlament erinnert.

Rot-Weiß-Vorläufer vor 130 Jahren gegründet
Auch für Fußballfans hält das Jahr 2025 ein Jubiläum bereit. Obwohl der FC Rot-Weiß Erfurt erst 1966 gegründet wurde, kann er auf eine 130-jährige Geschichte zurückblicken. Der 1895 gegründete Sportclub Erfurt mit seinem Stadion auf dem heutigen Egapark-Gelände war einer der ältesten und erfolgreichsten Fußballvereine Thüringens. Er gehörte 1900 zu den DFB-Gründungsmitgliedern und erreichte 1909 das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Nach 1945 ging der SCE im SC Turbine Erfurt auf, der 1954 und 1955 DDR-Meister wurde. Aus Turbine wurde schließlich am 26. Januar 1966 der heutige FC RWE.
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Von Bauernkrieg und Gartenbau bis zum ersten Flughafen
In einer geschichtsträchtigen Stadt wie Erfurt stehen natürlich noch weitere Jubiläen an. So ging der Bauernkrieg vor 500 Jahren nicht spurlos an Erfurt mit seinem Landgebiet vorbei. Das Gartenbaumuseum wird im Egapark mit einigen Partnern den 250. Todestag des großen Gartenbaupioniers Christian Reichart begehen. Er legte die Grundlagen dafür, dass die „Blumenstadt“ im 19. Jahrhundert zu einem Weltzentrum des Erwerbsgartenbaus aufstieg. Für die „Goldenen Zwanziger“ der Weimarer Republik in der pulsierenden Großstadt Erfurt steht das 100. Jubiläum des ersten Flughafens am Roten Berg 1925.
*Dr. Steffen Raßloff ist Historiker und Autor der „Geschichte der Stadt Erfurt“
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