Steiger-Bier, Riebeck und Braugold sind nur drei von vielen Bieren, die einst in Erfurt gebraut und in den Gaststätten der Stadt getrunken wurden. Gerade beim Braugold-Bier ist es vielleicht ein wenig so, wie das Phänomen des Rondo-Kaffees: Einst beliebt, hatten es irgendwann alle über. Aber als es weg war, wurde es plötzlich schmerzlich vermisst und für gut befunden.

Neue Biere von Erfurtern und aus Erfurt

Nach dem Ende dieser altbekannten Marken war die Trauer der Erfurter groß. Jahrzehnte-, wenn nicht sogar jahrhundertelang hatte Erfurt eine Brauerei- und Biertradition. Dass diese Geschichte ein Ende haben soll, wollten einige Blumenstädter nicht einsehen. Und seitdem lokale Marken wieder im Trend sind, sehen sich einige Erfurter beflügelt, wieder eigene Biere herzustellen. Ob die Produkte an die Gerstensäfte alter Zeiten anknüpfen können, ist eine Frage, die wohl nur Experten beurteilen können.

Wir haben 5 der „neuen“ Biere aus Erfurt und von Erfurtern zusammengestellt:

Waldhaus-Brauerei in Rhoda

Das Waldhaus ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die hauseigenen Biere sind sehr gefragt. (Archivfoto)
Das Waldhaus ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die hauseigenen Biere sind sehr gefragt. (Archivfoto)© TA | Sascha Fromm

Im Waldhaus wird gebraut. Und zwar gleich mehrere Sorten: Neben dem Waldhaus-Pils und dem Stock Dunkel gibt es noch 14 weitere Bier-Spezialitäten. Die Brauerei kann sogar besichtigt werden. Seit 1994 wird hier Bier hergestellt und ausgeschenkt. Wer möchte, kann die Biere sogar in Partyfässern und in verschiedener Abfüll-Form erwerben oder bestellen.

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Kleinbrauerei Freitag im Erfurter Osten

Christian Freitag (links neben Martin Wilhelm und Andreas Wolf) beim „Flanieren mit Bieren“-Festival im Erfurter Zughafen. (Archivfoto)
Christian Freitag (links neben Martin Wilhelm und Andreas Wolf) beim „Flanieren mit Bieren“-Festival im Erfurter Zughafen. (Archivfoto)© Frank Karmeyer | Frank Karmeyer

Auch an der Kalkreiße im Erfurt Osten gibt es eine Brauerei. Hier ist Diplom-Braumeister Christian Freitag am Werk. Die Biere seiner Kleinstbrauerei können direkt vor Ort an der Brauereirampe abgeholt oder unter anderem im Retronom, Tikolor und CKB erworben werden. Es gibt die zwei Sorten „Freitax Hell“ und „Freitax Spezial“.

Heimathafen-Bier im Erfurter Zughafen

Braumeister Jan Schlennstedt im seiner Heimathafen-Brauerei im Zughafen. (Archivfoto)
Braumeister Jan Schlennstedt im seiner Heimathafen-Brauerei im Zughafen. (Archivfoto)© TA | Michael Keller

Das Heimathafen-Bier war wohl eine der ersten Marken, die in Erfurt für Aufsehen sorgten und die Bürger in Sachen Bier ein wenig aufweckte. Seit 2017 gibt es die Biere aus der Brauerei im Zughafen. Unter der Leitung von Chef-Brauer Jan Schlennstedt sind hier mehrere Biere entwickelt worden. Unter den Namen Gabi (Helles), Egon (Pils) und Jack (Pale Ale) firmieren einige dieser Biere vor Ort, aber auch in Supermärkten und Kneipen in der Stadt. Zeitweise gibt es auch Sondereditionen. Interessierte können Braukurse im Heimathafen absolvieren.

Matze, Fabian und Jan (Schlennstedt) sind auch Teil des Festivals „Flanieren mit Bieren“ (Archivfoto).
Matze, Fabian und Jan (Schlennstedt) sind auch Teil des Festivals „Flanieren mit Bieren“ (Archivfoto).© Casjen Carl | Casjen Carl

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„Kulturbier“ Schluntz aus Schwarzbach

Eric Ebelein und Torsten Schart (von links) haben das Schluntz-Bier entwickelt (Archivfoto).
Eric Ebelein und Torsten Schart (von links) haben das Schluntz-Bier entwickelt (Archivfoto). © TA | Kathleen Kröger

Beinahe zeitgleich wie das Heimathafen-Bier haben Eric Ebelein und Torsten „Scharti“ Schart das „Schluntz“-Bier auf den Markt gebracht. Seit 2017 hat Erfurt das sogenannte „Kulturbier“. Das heißt, pro gekaufter Flasche wandert ein fester Betrag in einen Topf, aus dem Kulturprojekte schöpfen können. Gebraut wird in der Schwarzbacher Brauerei. Scharti selbst fährt die Kisten aus. Vom Fass gibt es das Bier beispielsweise im Nerly in der Marktstraße.

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Ein neues Steiger-Bier aus Greiz

Steiger Bier
Im Edeka „Halecker“ wird neuerdings auch „Steiger-Bier“ verkauft.© Uwe Driesel | Uwe Driesel

Gespendet wird auch beim neuen „Steiger-Bier“. Pro Kasten Bier gehen zwei Euro an den Rot-Weiß Erfurt. Im Sommer 2025 war das Bier zum ersten Mal im Edeka „Halecker“ aufgetaucht. Der Brauer selbst hält sich in Sachen Informationen bedeckt, doch zielt das Produkt offensichtlich auf die Tradition des historischen Steiger-Biers ab und soll anhand seines Desings und Förder-Zwecks einen Bezug zum RWE herstellen. Gebraut wird es in Greiz.