Das Spiegelbild des Schlosses im Teich ist wieder da, sodass es wieder doppelt schön zu sehen ist. Ebenso tauchten wieder Wege auf, auf denen sicher Graf Gotter lustwandelte, die aber über viele Jahre verborgen und vergessen waren. Das sind die sichtbaren Ergebnisse eines Projektes der Stiftung Schlösser und Gärten in Molsdorf, die offiziell unter Entschlammung und Wegewiederherstellung firmierten.

Wichtiges Sanierungsprojekt abgeschlossen

Am Freitag (26. September) wird der Abschluss des Sanierungsvorhabens begangen, als wichtigen Schritt für den Erhalt des Gartendenkmals, wie Silvia Wagner, Abteilungsleiterin Bauten und Gärten bei der der Stiftung Schlösser und Gärten, betont.

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Im Jahr 2022 war die Rekultivierung des Sichelteiches und der Kanäle im Schlosspark angegangen worden. „Über Jahrzehnte hatten sich bis zu einem Meter hohe Schlammablagerungen gebildet“, verweist Gartenreferent Jonathan Simon auf den dringenden Handlungsbedarf seinerzeit. Dank Förderung vom Land konnte das Projekt für letztlich 800.000 Euro angegangen werden.

Schloss Molsdorf
Silvia Wagner, Abteilungsleiterin Bauten und Gärten bei der der Stiftung Schlösser und Gärten, Thoralph Höwing vom Büro „Landschaft-A“, Johannes Weber von der Baufirma Wagner und Jonathan Simon, Gartenreferent der Stiftung, geben die neuen Wege frei.© Funke Medien Thüringen | Casjen Carl

Heute verweist Simon darauf, dass gleich ein doppelter Gewinn erzielt werden konnte, um den Park für Besucher attraktiver zu machen, gleichzeitig aber in seiner späteren Form als Landschaftspark wiederherzustellen. So machte man sich zunutze, dass für die Entschlammung eine Baustraße errichtet werden musste. Im Zuge der Vorbereitungen für diese sei man auf Überreste der früheren Wege gestoßen. Die waren zwar durch Karten bekannt, aber schon ewig nicht mehr sichtbar. Nunmehr biete der neue, alte Weg wieder Gelegenheit, seitlich des Hanges entlangzuspazieren. Gemäß historischer Vorgaben entstand auch ein Rondell, in dessen Mitte sich ein Sandstein-Element befindet, das eigens restauriert wurde.

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2700 Tonnen Schlamm abgefahren

Dass die Baustraße nötig war, ergibt sich aus der Menge von 2700 Tonnen Schlamm, die aus dem Teich und den Kanälen entfernt und weggefahren wurden. Mit frappierendem Ergebnis. Klar ist das Wasser, das aus dem Thöreyer Bach in den Schlosspark fließt. Im Winter soll es übrigens, laut Gartenreferent Simon, wieder abgelassen werden, was auch Gelegenheit zur Schilfmahd gibt, um die Wasseroberfläche eben längerfristig freizuhalten.

Schloss Molsdorf
Eine dicke Esche stürzte am 21. September 2025 völlig überraschend um. Sie war erst auf ihren Zustand überprüft worden.© Funke Medien Thüringen | Casjen Carl

Klärgrube bereits zurückgebaut

Seitens der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten Thüringen sieht man sich auf gutem Wege, das Schloss Molsdorf einschließlich des Parks wieder attraktiv für Besucher zu machen und baulich in Schuss zu bringen, wie Silvia Wagner aufzählt. Das Betreiben des Schlosscafés durch den Verein Lebenshilfe zeigt schon Effekte, was die Zahl der Ausflügler betrifft. Eine unansehnliche Klärgrube neben dem Schloss wurde beseitigt, stattdessen eine Löschwasserzisterne gebaut. Auf den Wiesenflächen wurden – mithilfe einer großen Privatspende – Staudenbeete angelegt. Durch die neuen Wege sind auch die Bereiche entlang des westlichen Hanges wieder begehbar.

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Sorge bereiten indes die Strapazen durch Trockenperioden, denen die Bäume und Sträucher ausgesetzt sind. Hier zeigt sich erheblicher Handlungsbedarf. Ob auch die Ursachen für das Umstürzen einer stattlichen Esche am vorherigen Wochenende darin zu suchen ist, darüber sind sich die „Schlossherren“ nicht sicher. Der Baum war erst jüngst auf seinen Zustand untersucht worden. Mit einem guten Ergebnis. „Im Schlosspark Molsdorf spielte das Wasser immer eine wichtige Rolle. Aber nicht nur als Gestaltungselement mit spiegelnder Wirkung kommt ihm Bedeutung zu“, sagt dazu Referent Simon. „Die Teiche und der Kanal sind auch Lebensraum mit kühlendem Effekt im Sommer und damit nicht zuletzt ein wichtiger Faktor bei der Anpassung an den Klimawandel.“