Sechs neue Straßenbahnfahrer haben in Nordhausen ihre Abschlussprüfungen erfolgreich bestanden, berichtet Franziska Bernsdorf, Sprecherin der Nordhäuser Verkehrsbetriebe. Das ist eine gute Nachricht für den Nahverkehr in der Stadt. Die Nachwuchskräfte verstärken die personelle Situation im neuen Jahr.

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Um eine Straßenbahn sicher über die Gleise fahren zu dürfen, ist eine umfangreiche Ausbildung erforderlich. „Da die Straßenbahnfahrer eine hohe Verantwortung für die Sicherheit von unseren Fahrgästen und anderen Verkehrsteilnehmern tragen, dauert die Ausbildung zum Straßenbahnfahrer mehr als drei Monate“, erklärt Bernsdorf.
Man müsste um die Ecke gucken können
Die ersten Wochen sind rein theoretisch. Hier werden die Straßenverkehrsregeln und der theoretische Betrieb der Straßenbahn vermittelt. Zu den Straßenverkehrsregeln gehören nicht nur jene, die man schon vom Autoführerschein kennt. Für Straßenbahnen gibt es zusätzliche Lichtzeichen, Verkehrsschilder und Ampeln.
Im Rahmen der Grundausbildung werden die Fahrschüler zusätzlich in Erste Hilfe, Deeskalation und Verhalten in Notfällen geschult. Das Verhalten der Verkehrsteilnehmer habe sich stark verändert, berichtet Bernsdorf, so dass man immer mit allem rechnen muss. Das Fahrpersonal muss heute viel aufmerksamer sein als früher. „Am besten wäre es, sie könnten um die Ecke gucken“, betont Franziska Bernsdorf, „denn mit der Bahn kann man nicht mal eben ausweichen.“
Nordhäuser Straßenbahn fährt bis Ilfeld
Erst wenn die theoretische Prüfung bestanden wurde, darf mit einem Fahrlehrer tatsächlich Straßenbahn gefahren werden. Während der praktischen Ausbildung werden alle sicherheitsrelevanten Techniken und betrieblichen Abläufe gezeigt. Auch der Umgang mit Fahrgästen wird vertieft. Eine praktische Ausbildung schließt mit einer weiteren schriftlichen Prüfung und einer Prüfungsfahrt ab.
Anschließend sind weitere interne Fort- und Weiterbildungen als Triebfahrzeugführer der Klasse 2 im Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen (Linie 10 zwischen Nordhausen und Ilfeld) oder mit den historischen Triebwagen möglich.
Jugendliche können Praktikum nutzen
Stefan Länger, Straßenbahn-Betriebsleiter bei den Nordhäuser Verkehrsbetrieben, freut sich sehr über die personelle Verstärkung: „Wir gratulieren den Absolventen herzlich zu ihrer bestandenen Prüfung und begrüßen sie nun als Nordhäuser Straßenbahnfahrer an Bord.“
Die Nordhäuser Verkehrsbetriebe setzen seit Jahren verstärkt auf Arbeitskräfte aus den eigenen Reihen. So bildet das Unternehmen seit Längerem erfolgreich Fachkräfte im Fahrbetrieb aus. „Übrigens öffnen wir interessierten Jugendlichen gerne die Türen für ein Praktikum, um einen Einblick in das Tätigkeitsfeld einer Fachkraft im Fahrbetrieb zu geben und freuen uns, wenn Praktikanten später zu Auszubildenden werden“, unterstreicht Länger.
Personalmangel am Lenkrad der Busse
Auch neue Busfahrer benötigt die Südharzer Region. Allein im vorigen Jahr sind 228 Busfahrten auf den Linien der Nordhäuser Verkehrsbetriebe ausgefallen. Zwei Hauptgründe gab es dafür: hoher Krankenstand und unbesetzte Stellen. Der Personalbedarf für die nahe Zukunft ist ermittelt worden. Demnach braucht der Landkreis 30 neue Busfahrer für 2025 und 27 für 2026. Allein durch die Erstausbildung ist dieser Bedarf nicht zu decken. Das wissen die Verkehrsbetriebe.
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