14 Mädchen und Jungen aus Nordhausen planen eine große Reise. Ihr Ziel ist Rotterdam. Die Jugendlichen blicken dort einem besonderen Ereignis entgegen – beim „International Film Festival Rotterdam“ (IFFR). Denn sie fahren Anfang Februar zur Weltpremiere eines Films, der in ihrer Heimatstadt entstanden ist, der von ihnen und ihren Ängsten erzählt.

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Die Nacht ist dunkel und kälter als der Tag. Der Titel, den Regisseurin Christina Friedrich ihrem Werk gegeben hat, ist vielversprechend. Nach „Zone“ ist es der zweite Film einer Trilogie über Kindheit und Jugend in Nordhausen. Der dritte Teil ist auch schon in der Vorbereitung.
Kein Film über eine glückliche Kindheit auf einem Ponyhof
Das IFFR ist das größte Filmfestival in den Niederlanden und zählt zu den wichtigsten in Europa. Dass Nordhausen dort im Blickpunkt stehen wird, ist außergewöhnlich.
Die Kinder sprechen über ihre Wünsche und Ängste. Berührend bis schmerzlich. Ihre Gedanken bilden das Fundament des Films, an dem 33 Mädchen und Jungen der Lessing-Schule mitgewirkt haben. Das Ergebnis sei „kein Film über eine glückliche Kindheit auf einem Ponyhof“, betont Christina Friedrich, die gebürtige Nordhäuserin. Stattdessen zeige der Film, „wie ernsthaft, bedroht und erschütternd die innere Welt der Kinder einer Generation ist, die unsere auseinander fallende Gegenwart erlebt“.

Die Kinder begeben sich auf eine kollektive Traum-Reise. Diese führt sie durch die Stadt, aber ebenso durch Landschaften und Wälder des Südharzes. Die Kamera folgt ihnen auf den Petersberg, zum Möwensee, auf den Sportplatz. „Die Arbeit mit 33 Kindern braucht eine hohe Konzentration und die Anerkennung und den Respekt für eine jede Persönlichkeit“, blickt Christina Friedrich zurück. „Ich habe ein Verfahren und eine Ästhetik gesucht, die die Vielstimmigkeit der Wahrnehmungen transportiert.“
Ein Ermutigungsfilm von Kindern für Erwachsene
Wie schon bei „Zone“ gilt auch hier: Zuschauer, die sich dem Film anvertrauen – mit offenen Herzen und Sinnen –, können ihn spüren, werden ihn verstehen. „Es ist ein liebender Film“, meint die Regisseurin, „über das Träumen, das Schlafen und Wachen und die Nacht. Und über die Wichtigkeit, unseren Wünschen und inneren Wahrnehmungen zu folgen. Einen eigenen Pfad zu suchen, in dieser unübersichtlichen, bedrohlichen Gegenwart. Es ist ein Ermutigungsfilm. Von Kindern für Erwachsene. Und ein Familienfilm.“
Dass 14 Kinder aus Nordhausen die Weltpremiere am 3. Februar live in Rotterdam miterleben dürfen, ist Sponsoren zu verdanken. Sowohl der hiesige Rotary-Club als auch „Nicolai in foro“, der Förderverein der Stadtbibliothek, unterstützen die Busreise der Schüler.
Interesse in New York am Film aus Nordhausen
Aller Voraussicht nach wird der Film weitere Festival-Auftritte erleben. Mehrere Anfragen liegen vor. Auch aus New York ist bereits Interesse signalisiert worden.
Mit einem Ensemble der Kinder, die inzwischen Jugendliche sind, arbeitet Christina Friedrich auch an der Fortsetzung ihrer Erzählung. Dieser dritte Film soll „Je dunkler die Nacht desto heller die Sterne“ heißen: Eine weitere emotionale Reise mit all den Erschütterungen der Gefühle, die sich in der Pubertät ereignen. „Wir arbeiten in einer leeren Fabrikhalle in Nordhausen“, verrät Christina Friedrich.
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