Der Gemeinderat von Harztor hat entschieden, eine Bürgerbefragung zum Thema Windkraftanlagen im Wald durchzuführen (unsere Zeitung berichtete). Denn der Gemeinde liegt ein Antrag zur Errichtung solcher Anlagen vor. Ziel dieser Befragung ist, die Bevölkerung von Harztor in diesen Prozess einzubinden. Zudem will die Gemeinde erfahren, wie das Meinungsbild zu Windkraftanlagen im Wald ist.
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Die Firma WPD war mit dem Eigentümer von Waldgebieten an vier Gemeinden herangetreten und hatte das Projekt vorgestellt. Betroffen sind die Gemeinden Breitenstein, Stadt Oberharz am Brocken, Harzgerode und Harztor. Der Plan umfasst 13 Windkraftanlagen vom Typ Vestas V-172, mit einer Nabenhöhe von 175 Metern und einer Leistung von 7,2 Megawatt. Nach derzeitigem Kenntnisstand aus den Gemeinden Südharz (Breitenstein) und Harzgerode werden die dort geplanten Anlagen nicht realisiert.
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Was spricht für die Anlage? Die Gemeinde erwartet eine zusätzliche Einnahme von 0,2 Cent pro Kilowattstunde Strom und profitiert wohl auch von der Gewerbesteuer-Aufteilung. Für jede Anlage sind „erhebliche Ausgleichsmaßnahmen“ vorgesehen. Der Eigentümer erhält eine Pacht und könnte somit die Aufforstung des Waldes refinanzieren. Zudem würde Harztor einen Beitrag zur Energiewende leisten.
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Was spricht gegen die Anlage? Sorgen bereiten vor allem die Größen der Windräder und die damit einhergehenden Eingriffe in die Natur. Bedenklich sind auch die Auswirkungen auf Umwelt, Tiere und Vegetation. Die Stromproduktion erfolgt am Ort ohne unmittelbare Abnahme der Energie. Kritik gibt es zudem am Standort oberhalb der Talsperre. Und die Befürchtung liegt nahe, dass die Größe der Anlagen das Landschaftsbild negativ prägen.
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„Zum jetzigen Zeitpunkt können noch nicht alle Fakten bekannt sein“, betont Harztor-Bürgermeister Stephan Klante (parteilos). „Diese müssten in einem förmlichen Verfahren geklärt werden.“ Im Koalitionsvertrag der Thüringer Landesregierung heißt es: „Bei der Planung werden wir das bisherige System der Ausweisung von Vorranggebieten Windenergie grundsätzlich beibehalten, einschließlich der Möglichkeit, Vorranggebiete für eine industrienahe Erzeugung auszuweisen. Grundsätzlich gilt: Keine Windkraft im Wald. Ausnahmen sollen auf drängenden kommunalen Wunsch hin vor Ort möglich sein.“
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Die Gemeinde Harztor bittet alle Bürger, sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen. Für eine umfangreiche Information ist auf der Internetseite der Gemeinde extra eine Rubrik geschaffen worden. Zudem liegen in Ilfeld (Gemeindeverwaltung), Niedersachswerfen (Bürgertreff), Harzungen (Dorfgemeinschaftshaus), Neustadt (Tourismus-Information) und Herrmannsacker (Dorfgemeinschaftshaus) sämtliche Dokumentationen in gedruckter Form aus. Ein Versenden dieser Unterlagen an alle Haushalte sei aufgrund der Fülle logistisch nicht möglich, erklärt die Gemeinde.
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Bis zum 12. Juni stehen in den Ortschaften die Wahlurnen für die Stimmabgabe. Stimmberechtigt sind alle Einwohner ab 18 Jahren, die Ende Mai dieses Jahres mit ihrem Hauptwohnsitz in Harztor gemeldet waren. Die Bürger sollen ihre Stimme in ihrer Ortschaft abgeben und dazu ihren Ausweis mitbringen. Die Auszählung soll am 13. Juni erfolgen. Der Gemeinderat versammelt sich am Montag, 16. Juni, um 19 Uhr im Mehrzweckgebäude am Kirchplatz in Niedersachswerfen. Diese Sitzung ist öffentlich. red







