Um sich ein Bild von den aktuellen Entwicklungen, den Perspektiven und der Innovationskraft der Hochschule in Nordhausen zu machen, besuchte der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) den Campus am Weinberg. In den Gesprächen standen Themen wie Studentenzahlen, neue Studienformate, Forschungsschwerpunkte und die künftige Rolle der Hochschule im Bereich Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt.

Täglich

Der Newsletter für Nordhausen

Alle wichtigen Informationen aus der Region Nordhausen, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Hochschulpräsident Jörg Wagner stellte das breit gefächerte Studienangebot vor und verwies auf die erfreuliche Entwicklung bei der Immatrikulation neuer Studienanfänger. Im Vergleich zum Vorjahr konnte ein Zuwachs von 40 Prozent verzeichnet werden. „Das zeigt, dass unsere neuen Studienformate und die konsequente Weiterentwicklung unseres Angebots auf Interesse stoßen“, betonte Wagner. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Bildungslandschaft in Thüringen.“

Hier wird Unternehmergeist gefördert.

Mario Voigt, Ministerpräsident von Thüringen

Die Lehre passe sich kontinuierlich an die aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes an, hob Wagner hervor. Parallel dazu verzeichne die Hochschule seit Jahren eine wachsende Dynamik im Forschungsbereich.

Ein zentrales Thema war auch die Künstliche Intelligenz (KI), die in Lehre, Forschung und Transfer eine immer größere Rolle spielt. Die Hochschule will alle Lehrer im Bereich KI qualifizieren, denn die Studenten benötigen dieses Wissen, um erfolgreich in ihre berufliche Zukunft zu starten, erklärte Cordula Borbe, Vizepräsidentin für Studium und Lehre.

Auch interessant

Auch aus der Forschung wurden wichtige Impulse vorgestellt. Professor Thomas Hühn präsentierte das Quantenforschungsprojekt Q-net-Q, das den Anspruch der Hochschule unterstreicht, sich in zukunftsweisenden Feldern zu positionieren und aktiv an technologischen Fortschritten mitzuwirken.

Der Ministerpräsident verwies auf die Bedeutung einer zukunftsorientierten Hochschulfinanzierung. Die derzeitige Rahmenvereinbarung werde zunächst um ein Jahr verlängert. Diese Zeit müsse jedoch genutzt werden, um grundlegende Weichenstellungen vorzunehmen. Voigt regte an, die Thüringer Hochschullandschaft stärker als Gesamtsystem zu betrachten, Prozesse enger zu verzahnen und Synergien zu heben. Wagner ergänzte, dass er sich perspektivisch spezielle Kompetenzinseln an den einzelnen Hochschulen vorstellen könne, um die jeweiligen Profile weiter zu schärfen und Stärken gezielt auszubauen.

Enge Vernetzung von Studenten und Unternehmen

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war auch der Besuch des Hochschulinkubators für Entrepreneurship (Hike). Der Projektleiter Lutz Göcke präsentierte die vielfältigen Angebote des Inkubators: von Förderprogrammen über Innovationsworkshops und eine eigene Werkstatt zur praktischen Umsetzung von Ideen bis hin zu speziellen Schulungen im Bereich Künstliche Intelligenz. Darüber hinaus unterstützt Hike die enge Vernetzung von Studenten und Unternehmen.

Voigt zeigte sich von der Arbeit des Hike-Teams beeindruckt: „Hier wird Unternehmergeist gefördert. Es entstehen kreative Lösungen und innovative Startups, die weit über Nordhausen hinaus Wirkung entfalten. Der Hike ist ein wichtiger Baustein für die Innovationskraft Thüringens.“

Auch interessant

Die Hochschule machte deutlich, dass die derzeitige Finanzierung des Hike durch den Bund Ende 2025 ausläuft und ein Wegfall einen herben Rückschritt für die Region und die Hochschule bedeuten würde. Umso erfreulicher war die Nachricht des Ministerpräsidenten: Die Weiterführung des Hike wird für die Übergangszeit der Jahre 2026/2027 durch das Land, in Kooperation mit der Hochschule, zugesichert, um der Hochschule damit auch die Möglichkeit der Erschließung neuer Finanzierungsmöglichkeiten zu geben.

Wagner bewertete diese Entscheidung als starkes Signal: „Mit dieser Zusage wird die Arbeit des Hike nachhaltig gesichert. Wir können Gründern auch in den kommenden Jahren eine hervorragende Infrastruktur und umfassende Unterstützung bieten. Das ist ein Gewinn für die gesamte Region und ein klares Bekenntnis zur Innovationsförderung in Thüringen.“

Weitere Themen aus Nordhausen

Voigt unterstrich: „Die Hochschule Nordhausen zeigt eindrucksvoll, wie sich Forschung, Lehre und Gründungsförderung verzahnen lassen. Mit Hike als Innovationsmotor wird ein Umfeld geschaffen, das jungen Menschen Mut macht, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen – genau das braucht Thüringen.“ red