Kommentar: Rückzug auf Raten

Holger Zaumsegel über Uli Hoeneß

Holger Zaumsegel

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Foto: MGT

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Mit Uli Hoeneß zieht sich heute ein ganz Großer aus dem Fußball zurück. Der 67-jährige Noch-Präsident hat Rekordmeister FC Bayern München und damit auch die Bundesliga geprägt wie kein Zweiter vor ihm und wahrscheinlich auch niemand mehr nach ihm – trotz Namen wie Beckenbauer, Müller, Rummenigge, Kahn oder Heynckes. Dabei war der einst pfeilschnelle Angreifer jener, der über Jahrzehnte das Idealbild des Managers repräsentierte. Im Sinne des Vereins denkend, nahm sich Hoeneß liebend gern die Konkurrenz vor. Legendär sind seine Feindschaften mit Christoph Daum oder Willi Lemke.

Dass der gebürtige Ulmer mit seiner Art polarisiert, ist völlig klar. Noch heute teilt sich der Großteil der Fußball-Fans in Hoeneß-Bewunderer und -Kritiker. Die Bewunderer sehen vor allem, dass er den FC Bayern zur Weltmarke und unumstrittenen Nummer eins im deutschen Fußball formte – kerngesund und mit prall gefülltem Festgeldkonto. Außerdem war Hoeneß immer einer, der aus der Not geholfen hat. Seine Kritiker sehen den Steuersünder, den Großkopferten, der rücksichtslos auf alle losging, die seinem FC Bayern gefährlich wurden.

Das Ende von Uli Hoeneß im Fußball ist mit der Aufgabe des Bayern-Präsidentenamtes aber noch lange nicht gekommen. Er bleibt im Aufsichtsrat der Münchner und hat sogar angekündigt, regelmäßig wieder die berühmte „Abteilung Attacke“ auszupacken. Ob das jedem bei seinem Klub gefällt, sei einmal dahingestellt. Aber einer wie Hoeneß, der darf das.

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