Geduldig zieht Trixie im Sand des Reit- und Therapiezentrums Moßbach an der A9 bei Neustadt an der Orla ihre Runden. „Sie ist geduldig, ruhig, unerschrocken und gutmütig“, erklärt Pferdephysiotherapeut Kevin Schüssow die Vorzüge des 16-jährigen Pferdes. Und diese Wesenszüge sind für die Reittherapie von Thomas Kronberg aus Hummelshain besonders wertvoll. Dem 60-Jährigen mussten nach vielen Schicksalsschlägen beide Beine amputiert werden (wir berichteten). Teure Prothesen hat er zwar bekommen, aber bislang keine passende Reha dazu. Um ihn dennoch schrittweise wieder zurück ins Leben zu bringen, hat seine Betreuerin Tina Meusel eine Reittherapie organisiert. Ihr Lebensgefährte, Kevin Schüssow, übernimmt im hauseigenen Reitzentrum kostenlos die therapeutische Begleitung, der Fahrdienstverein Kahla kam dem Projekt mit einem guten Angebot entgegen, um Thomas Kronberg einmal in der Woche vom ASB-Behindertenwohnheim in Hummelshain nach Moßbach zu bringen. Dank der vielen Spenden unserer Leser sind die Fahrten bis in den kommenden Sommer abgesichert, über 3000 Euro sind auf dem Spendenkonto von „Thüringen hilft“ dafür eingegangen.

Schwerstarbeit auf dem Pferderücken

Doch eine Reittherapie ohne Beine ist auch für Kevin Schüssow eine Premiere. Zwar kann Trixie durch ihren scheinbar gleichmäßigen Gang helfen, den Reiter im Gleichgewicht zu halten – der muss aber die fließenden Bewegungen des Pferderückens mit Hüfte und Wirbelsäule ausgleichen. Das ist für Thomas Kronberg, der seit Monaten nur im Rollstuhl sitzt, Schwerstarbeit. „Ich spüre nach der Reitstunde Muskeln, von denen ich noch gar nicht wusste, dass ich sie noch habe“, verrät der ehemalige Straßenbauer. „Der Muskelkater am nächsten Tag ist erheblich.“

Thüringen hilft
Etwa eine halbe Stunde dauert die wöchentliche Reittherapie. „Danach spüre ich Muskeln, von denen ich noch gar nicht wusste, dass ich sie noch habe“, verrät Thomas Kronberg aus Hummelshain. Seine Betreuerin Tina Meusel und Pferdephysiotherapeut Kevin Schüssow haben die Reitstunden im hauseigenen Reit- und Therapiezentrum Moßbach organisiert.  © Ingo Glase | Ingo Glase

Doch mit jeder Runde auf Trixies Rücken wird Thomas Kronberg entspannter, beweglicher. „Ich bin total glücklich und auch sicher, dass sich durch die regelmäßigen Übungen schnell der Erfolg einstellen wird“, hofft Tina Meusel. Immerhin ist für das Frühjahr der erste Ausritt auf der Obstwiese hinter dem Reitstall geplant.

Thüringen hilft
Thomas Kronberg und Therapiepferd Trixie sind längst Freunde geworden.© Ingo Glase | Ingo Glase

Und als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk ist jetzt doch noch die Zusage für die Prothesen-Reha gekommen. „Thomas ist dann schon stark genug, um auf den künstlichen Beinen zu stehen.“ Die ersten Schritte zurück ins Leben dauern also nicht mehr lange.

Wer das Projekt weiterhin unterstützen will:

Spendenkonto: DE89 8205 1000 0125 0222 20
Empfänger: Diakonie Mitteldeutschland
Kennwort: Thüringen hilft

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