Zum Beitrag „Zwei-Klassen-Zahnmedizin“ vom 4. Februar:
Eine geniale Idee der CDU, der Zahnarztbesuch soll jetzt privat bezahlt werden. Darauf muss man erstmal kommen. Es bringt den Vorteil, dass man etwa Arbeitslose und Menschen, die für einen Niedriglohn schuften müssen, als solche erkennt, sobald sie den Mund öffnen. So stempelt man Menschen ab. Ich müsste, um mir den Zahnarztbesuch zukünftig leisten zu können, Zahlungen an die Krankenkasse einstellen. Bei guter Gesundheit kann man das vielleicht machen.
Andreas Schütze, Kölleda
Zum Beitrag „Selbst machen statt einkaufen“ vom 3. Februar:
Zurzeit herrscht in unserer Region eigentlich normales mitteleuropäisches Wetter. Die von Herrn Prof. Latif (Klimaforscher an der Uni Hamburg) vor 20 Jahren verkündete wissenschaftliche Prognose, der zufolge gegenwärtig kein Schnee mehr zu erwarten sei, ist nicht eingetreten. Die momentane Witterung führt zwangsläufig zu einem höheren Energieverbrauch in Industrie, Verwaltung, Versorgungseinrichtungen und privaten Haushalten und letztlich zu erheblich gestiegenen Kosten, verursacht durch eine ideologiegeprägte Energiepolitik der bisherigen Bundesregierungen unter Merkel und Scholz.
Nun wird erstaunlich resümiert, es gäbe ja wieder eine Abhängigkeit der Energieversorgung, diesmal von einem „wankelmütigen Verkäufer“, nachdem noch vor dem Ukrainekrieg die politische Führung entschied, aus Klimaschutzgründen Erdgasimport aus Russland zu reduzieren bzw. letztlich einzustellen.
Die Autorin plädiert nun: „Gasverbrauch runterfahren und erneuerbare Energiequellen hoch“. Wobei anzumerken ist, dass Energie eigentlich nicht erneuert, sondern umgewandelt werden kann. Welches Rezept schlägt sie denn vor, wenn die Sonne jahreszeitgemäß wenig scheint und der Wind nicht in gewünschter Stärke durch unsere Lande bläst?
Joachim Hartung, Gotha
Weitere Lesermeinungen
Zum Beitrag „Der ewige Wackelkandidat“ vom 29. Januar:
Jens Spahn war kürzlich beim Parteitag der Republikaner in den USA. Er hat hier fleißig seine Kontakte gepflegt. Und wie erwartet sieht er die Annektierung von Grönland durch Trump gar nicht so kritisch. Er fand es „völlig nachvollziehbar“, dass Trump den Anspruch erhebt, wenn man sich die Lage von Grönland ansieht. Es ist absehbar, wohin sich unsere Regierung bewegt und ein Skandal, dass Spahn mit seinen vielen Verfehlungen immer noch im Amt ist. Vielleicht wurde ihm von Trump ja die Präsidentschaft von Grönland versprochen. Dann wären wir ihn los.
Sabine Schmidt, Erfurt

Zum Beitrag „Frauen sollen Wehrpflicht-Fragebogen verpflichtend ausfüllen“ vom 31. Januar:
Die deutschen Politiker sollen ihrer historischen Verantwortung bewusst werden und viel mehr für die Sicherheit Europas tun als nur über die die Ausfüllung eines verpflichtenden Wehrplicht-Fragebogens für Frauen zu diskutieren. Putins Vorstellungen vom „historischen Russland“ und „dem Einflussbereich Russlands in Europa“ sind tief verwurzelt und prägen seine Politik. Bereits 2008 erklärte er auf dem Nato-Gipfel in Bukarest, die Ukraine sei ein künstlicher Staat, dessen Hälfte zu Russland gehöre. Später griff er immer wieder auf das Motiv des „Großrusslands“ zurück.

Putin will keinen Frieden in der Ukraine. Sein Ziel ist der Sturz der ukrainischen Regierung und die Einsetzung eines Marionettenregimes, das das Land und seine Armee in den russischen Machtbereich eingliedert, um dann seine Pläne über die Entstehung des Einflussbereiches Russlands zu verwirklichen. Waffenstillstände betrachtet er als taktische Pausen – wie schon die Minsker Vereinbarungen oder die Abkommen in Syrien –, um Truppen neu zu formieren und später erneut anzugreifen.
Wer glaubt, Putin könne auf eroberte Gebiete verzichten, verkennt, dass er seine Angriffe als „Befreiung“ des „historischen Russlands“ versteht. Und die nächste Ziele sind baltische Staaten und ihre Nachbarn. Um den Frieden in Europa zu sichern, muss Deutschland sich für den Krieg vorbereiten.
Talaibek Burkanow, Bad Sulza
Zur Lage auf dem Arbeitsmarkt:
Deutschland hat jetzt über drei Millionen Arbeitslose, mehr als sechs Prozent – und die Tendenz ist steigend. Zalando entlässt in Erfurt 2700 Mitarbeiter, nachdem es vorher 22,4 Millionen Euro an Staatszuschüssen, also Steuern, kassiert hat. Amazon entlässt auch tausende Arbeiter, ebenso Thyssen-Krupp. Letztere verlegen ihre Produktion ins Ausland – warum wohl?
Trotzdem fordern Politiker gerade jetzt eine längere Lebensarbeitszeit und die weitere Zuwanderung von ausländischen Fachkräften. Ob das dann wirklich Fachkräfte sind, zeigt dann die deutsche Realität – und wenn ja, dann fehlen sie beim Aufbau ihrer eigenen Länder. Aber dafür gibt es ja dann Milliarden an deutscher Entwicklungshilfe.
Daraus ergeben sich dringende Fragen: wieso gelingt eigentlich es nicht, innerhalb des Arbeitslosenpools von drei Millionen entsprechende Arbeitskräfte zu motivieren und zu qualifizieren? Eventuell muss man da auch vom Sozialstaat her Druck aufbauen. Das wäre die allerwichtigste, vorrangige sozialpolitische Aufgabe und würde den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.
Und weiter: weshalb können große Firmen Millionen Euro an Staatsknete kassieren und dann ihren Laden hier einfach dicht machen? Weshalb gelingt es nicht, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Firmen nicht die Flucht ergreifen, sondern hierbleiben?

Dieser Zustand ist nicht neu, seit dem Jahr 2014 entwickelt sich das in dieser Richtung. Und von den Parteien und den politischen Kräften, die dafür verantwortlich sind, höre ich dazu keine plausible Erklärung. S heißt immer nur, wenn diese unappetliche andere Partei, die rechtsextremistische, in Teilen faschistische AfD an die Macht käme, dann wäre es noch viel schlimmer. Ob die Wähler das auch so sehen?
Dr. Gerhard Schäfer, Bleicherode
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