Zum Beitrag „Voigt bleibt Ministerpräsident“ vom 5. Februar:
Voigt hat es überstanden. Mit Ehre in der Brust hätte er sich zurückgezogen und jemand anderen aus der Koalition vorgeschlagen, anstatt am Stuhl zu kleben. Aber es geht ja nur um Pöstchen, Geld und Netzwerke, nicht mehr um Politik. Andere Politiker, die mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert wurden, haben sich respektvoll zurückgezogen. Das wäre für Voigt mal das, was man Vorbildfunktion nennt.
Die Demokratie wurde durch die Antragsteller nicht gefährdet, sie haben nur den Finger in die Wunde gelegt und der eigenen Partei weiter Auftrieb verschafft. Sachsen-Anhalt wird davon was abbekommen. Dank Herrn Voigt.
Michael Bürgermeister, Ruhla
Ebenfalls dazu:
Was für ein Aufruhr um einen Doktortitel! Wenn man das Thema der Arbeit berücksichtigt, ist es doch egal, wie diese erarbeitet wurde. Sie hat kaum einen Mehrwert für die Wissenschaft und für unsere Gesellschaft. Im Bundestag sitzen viele Politologen. Offenbar scheint die Ausbildung keinen Mehrwert zu generieren, wie es die politische Realität zeigt. Im vereinten Deutschland ist der Doktortitel nun eine reine Fleißarbeit. Der wissenschaftliche Nutzen oft nicht erkennbar. Ich erinnere mich noch an die Wiedervereinigung. Da wurden durch die Kulturministerkonferenz viele Uniabschlüsse der DDR, auch technische, nicht anerkannt und bestenfalls in Fachhochschulabschlüsse abgewertet. Diese Abschlüsse wurden jedoch nicht in einer wissenschaftlichen Scheinwelt erworben. Die Betroffenen können heute noch stolz auf ihre Abschlüsse sein.
Hartmut Trier, Drei Gleichen
Weitere Lesermeinungen
Zu den Beiträgen über die „Gekappte Zugverbindung“ vom 30. Januar und 4. Februar:
Sich heute darüber aufzuregen, nachdem es passiert ist, zeugt von wenig Sachkenntnis zur Situation im Bahnhof von Naumburg. Hätte man sich rechtzeitig von Fachleuten beraten lassen, dann wäre es damals schon aufgefallen, dass es angesichts der technischen Ausrüstung in Naumburg nicht anders geht. Es wäre aber Zeit gewesen, bis heute eine technische Anpassung vorzunehmen, dass am Bahnsteig 3 zwei Züge hintereinander halten können. Somit wäre ein Umstieg am gleichen Bahnsteig möglich.
Man darf den Nahverkehr nicht nur verwalten, sondern muss ihn proaktiv organisieren. Andere Bundesländer sind da wesentlich aktiver, organisieren einen S-Bahnverkehr (wie etwa in Dresden) oder unternehmen alles, dass die Strecken elektrifiziert werden.
In Thüringen kann man diese Entwicklung nicht erkennen. Wenn man möchte, dass mehr Menschen den Schienenverkehr nutzen sollen, muss man etwas dafür tun.
Detlev Schneider, Sömmerda
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Zum Beitrag „Fünf Fallen lauern am Golf für Merz“ vom 4. Februar:
Unsere „beiden Außenminister“ sind aus dem kalten Berlin in wärmere Gefilde geflogen. Von spiegelglatten Straßen auf spiegelglattes Parkett in die glitzernden Golfstaaten. Bei Friedrich Merz weiß man, dass er sich auf diesem Parkett sicher bewegen kann und nicht in befürchtete Fallen tritt. Johann Wadephul liebt es exotischer. Im polynesischen Königreich Tonga, welches einmal eine deutsche Kolonie werden sollte, ist Charles III in seinem Protektorat der König. Da es um das Klima geht, wird Herr Wadephul entsprechend Geld bei König Tupou VI gelassen haben, da uns mit diesem Land seit 1876 eine enge Freundschaft verbindet. Die Reise ging dann weiter zum Inselstaat Niue, mit dem wir nun in der Sorge um einen chinesischen Einfluss diplomatische Beziehungen aufnehmen. Vielleicht kann man einen Politiker dort als Botschafter etablieren, bei dem es noch um Plagiatsvorwürfe geht.
Friedemann Boelicke, Erfurt

Zum Beitrag „Was passiert, wenn Donald Trump die Mullahs im Iran angreift?” vom 30. Januar:
So, da wollen die USA also im Iran militärisch intervenieren – und wie so oft muss man fragen: Mit welchem Recht eigentlich? Mit UN-Mandat oder als Selbstverteidigung? Wenn beides fehlt, bleibt es Machtpolitik. Weil ihnen das Regime (wie schon bei Maduro) nicht passt, weil sie es für böse halten? Das meinte auch Russland von seinem Nachbarn – die Reaktionen und die Folgen kennen wir. Statt aus dem Irakkrieg und seinen Folgen zu lernen (aber wann gab es das schon?), sucht man schon wieder die nächste Konfrontation. So wird Moral zur Waffe und Recht zur Verhandlungsmasse.
Holger Jakob, Seebach
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