Zum Beitrag „Humorarmer Geschlechterk(r)ampf“ vom 2. Februar:

Während des Lesens der Rezension zum „Barbier von Sevilla“ am Nordhäuser Theater schnappte ich mehrfach nach Luft. Etwa gleich zu Beginn, als der Autor das begeisterte Publikum kritisiert, weil es offenbar viel Freude an der Aufführung hatte. Ein weiterer Kritikpunkt war die ideologische Denkweise von Frau Harnischmacher. Wenn ich den modernen Ansatz der Regisseurin richtig deute, zeigt sie dem Publikum, welche Rolle die Frau Anfang des 19. Jahrhunderts in der Gesellschaft spielte – nämlich (fast) keine. Die einzigen beiden Frauen in der Oper halten gegen die Übermacht der Männer zusammen – ein starkes Frauenbild. Manche der eingeblendeten Buchtitel verleiteten mich zum Schmunzeln. Ich las sie nicht als feministische Parolen. Schließlich das gewählte Attribut „(über-)gewichtig“ in der Beschreibung des Bartolo: Bodyshaming ist ein Thema, welches in seriösen Medien keine Rolle spielen sollte.
Andrea Wiegand, Werther 

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Zu einem Leserbrief über die DDR vom 27. Januar:

Ja, der Leser hat recht. In der DDR wurde das Volk so lange ruhig gehalten, bis es ihm genug war. Dass das Neue seinen Preis haben würde, wurde euphorisch übersehen oder schlicht ignoriert. Und man bedachte nicht, dass der Wegfall der Systemkonfrontation die Globalisierung antreiben würde – mit spürbaren Schattenseiten. Auch hat der Leser recht, wenn er den ungezügelten Kapitalismus als Gefahr sieht. Doch wie ihn bändigen? Mit einer Gesellschaft, die mehrheitlich den Konsum in ihre DNA geschrieben hat und politische Mitbestimmung oft mit maximaler Auswahl verwechselt? Demokratie mag das Beste sein, was wir uns vorstellen können, aber auch sie kann beruhigen, ablenken, einlullen – nur auf andere Weise. Und den Rest erledigen wir Menschen selbst: bequem, anfällig, widersprüchlich.
Holger Jakob, Seebach

Zu einem Leserbrief vom 11. Februar:

Also echt jetzt: Windmühlen haben sich nicht durchgesetzt? Sie waren 800 Jahre lang die wichtigste Energiequelle für das Mahlen von Getreide und für die Landgewinnung und Trockenlegen der Niederlande. Überall standen sie. Kann man heute noch sehen, in Sachsen steht an jeder Ecke eine alte Windmühle. Wie lange gibt es schon Stromnetze und elektrische Mühlen? Und welche Art der Stromerzeugung ist die preisgünstigste? Windstrom. Gas ist sauteuer, wir alle zahlen die Zeche für die sinnlosen Gaskraftwerke.
Ulrich Thome, Markkleeberg

Weitere Lesermeinungen

Zur Rolle der Gewerkschaften:

Während Deutschland in einer großen wirtschaftlichen Krise steckt, die durch linksgrüne Ideologien befeuert wird, treiben die Gewerkschaften die Kosten in die Höhe. So werden Uni-Kliniken und der ÖPNV bestreikt. Gerade in Thüringen sollen tausende Arbeitsplätze weggefallen. Es würde den Gewerkschaften gutstehen und dem Land gut tun, die Füße in Bezug auf Lohnerhöhungen still zu halten und sich dafür einzusetzen, dass nicht noch mehr Arbeitsplätze wegen ungebührlicher Forderungen wegfallen oder ins Ausland verlagert werden.
Maria Neumann, Erfurt

Streik GVB
Auch Beschäftigte des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Gera hatten sich zu einem eintägigen Warnstreik versammelt.© Funke Medien Thüringen | Peter Michaelis

Zum Artikel „Kritik an Bundesanwaltschaft im Antifa-Prozess“ vom 21. Januar:

Tenor des Artikels: Antifaschisten werden mit Neonazis gleichgesetzt und/oder deren Delikte sogar strenger geahndet…
Wir stehen vor einem politischen Umbruch – das ist furchtbar, aber leider sehr wahrscheinlich. Nun versetzen wir uns mal in die Lage der Gesetzeshüter, die im Fall einer „Machtübernahme“ der AfD ihre Jobs behalten wollen und in die Lage der Anhänger des rechten Spektrums, deren Hemmschwelle für rechte Gewalt immer weiter sinkt. Ich gehe sogar so weit, dass sich rechte Straftäter inzwischen so sicher fühlen, dass sie im Falle einer Verurteilung sowieso mit einer baldigen Amnestie rechnen können.
Linke Gewalt – nicht schön, Mittel manchmal fragwürdig, aber hier gibt es zumindest kein Machtbestreben.
Nun schauen wir mal über den großen Teich: Amerika – Sturm auf das Capitol mit Todesopfern. Nach erneuter Übernahme der Macht durch den schillernden alten Mann erfolgte eine Amnestie für den randalierenden Mob. Das sind die neuen Pfeiler der Macht im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Was sich bei uns (demnächst in Sachsen-Anhalt) abspielt, ist die Blaupause der Entwicklung in Amerika und ich behaupte: Die Amerikaner wählen nie wieder, es sei denn, sie erobern sich dieses Recht unter Einsatz von Menschenleben zurück.
Joachim Aschenbrenner, Nordhausen

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