Zum Beitrag „Raser zahlen zweistelligen Millionenbetrag ans Land“ vom 23. Februar:
So, da werden vom Landtag bzw. der Staatskanzlei Vorgaben gemacht, wieviel da reingeholt werden soll von Verkehrssündern. Wie aber geht man als zuständiger Sachbearbeiter mit einem Einspruch um, wenn auf der anderen Seite die Vorgabe nach Umsatz steht? Eine sachliche Prüfung, unbeeinflusst, kann da unter die Räder kommen. Vor allem Grenzwertiges wird oder muss dann wahrscheinlich gegen den Verkehrssünder entschieden werden.
Und somit steht mit der Vorgabe des Umsatzes im Raum, dass sich die Sachbearbeiter dem Verdacht der Rechtsbeugung aussetzen und die Parlamentarier sich dem Verdacht der Beihilfe zur Rechtsbeugung oder der Anstiftung zur Rechtsbeugung aussetzen. Wow, was für ein Rechtsstaat.
Michael Bürgermeister, Ruhla
Auch interessant
Zum Beitrag „Kilometertiefe Bohrungen in Thüringen?“ vom 19. Februar:
Der Freistaat plant ein sehr ambitioniertes Vorhaben, technisch sehr anspruchsvoll und aufwendig, aber machbar. Ich bin allerdings skeptisch, ob dieses Projekt rentabel arbeiten kann oder ein Zuschussgeschäft bleiben wird. Zudem wird man dabei ums Fracking nicht herumkommen. Aber zum Glück ist ja die Bürgerinitiative dabei, die wird schon aufpassen, dass nicht zu viel gefrackt wird! Dennoch sollte man den alten Bergmannsspruch nicht vergessen „Hinter der Hacke ist es duster“, es kann immer Überraschungen geben.
Auch interessant
Im Übrigen halte ich das Fracking-Verbot zur Erschließung unkonventioneller Erdgasvorkommen für einen großen Fehler. Wir könnten unseren Bedarf an immer noch benötigtem Erdgas zu einem guten Teil aus eigenen „Schiefergas“-Vorkommen decken. Die geologischen Bedingungen in Deutschland in Verbindung mit den sehr strengen Schutzbestimmungen hierzulande würden das - immer existierende - Restrisiko sehr stark minimieren. Stattdessen spielen wir den moralischen atom- und kohlefreien Klimaschutzweltmeister, kaufen bei Dunkelflaute Atomstrom aus Frankreich oder Kohlestrom aus Polen und importieren Flüssigerdgas, das mit einem gewaltigen ökologischen Fußabdruck gefördert und zu uns transportiert wird.
Bernhard Staffa, Dipl.-Ing. für Tiefbohrtechnik, Friedrichroda
Weitere Lesermeinungen
Zum Beitrag „Ich werde diese Menschen niemals verraten“ vom 23. Februar:
Vermutlich gibt es Opfer erster, zweiter oder dritter Klasse. Am 26. Februar 2010 verwies Parlamentspräsident Norbert Lammert mehrere Mitglieder der Linken aus dem Plenum. Die Fraktion verließ darauf geschlossen den Saal. Die Abgeordneten hatten mit Plakaten gegen die Afghanistan Mission der Bundeswehr protestiert. Darauf standen die Namen der Opfer des Luftangriffs bei Kunduz. Haben diese Opfer und die Aktion der Linken damals eine entsprechende Würdigung in den Medien erfahren? Ich glaube nicht.
Namenlos sind die Opfer der vielen Palästinenser, die nach dem brutalen Überfall der Hamas zur Zielscheibe eines ungezügelten Gegenangriffs der israelischen Armee wurden. Namenlos sind die Flüchtlinge, die im Meer ertrinken, oder die Menschen, die in Afrika verhungern. Namenlos sind die Opfer der vielen Kriege weltweit.
Wenn Olympia etwas bewirken soll, dann ist es, das Miteinander zu fördern und alle Menschen, insbesondere die Regierungen, zu einem friedlichen Umgang miteinander aufzurufen.
Joachim Hezel, Bad Sulza
Auch interessant
Zum Artikel „Gerichtsvollzieher rüsten auf“ vom 21. Februar:
Was ist denn nur mit unserer Gesellschaft los? Sie verroht immer mehr. Jetzt müssen sich auch noch Gerichtsvollzieher mit Schutzwesten und Pfefferspray ausrüsten. Immer mehr Personen des öffentlichen Lebens, ob Politiker, Wahlhelfer, Kontrolleure, Feuerwehr, medizinische Kräfte, Polizisten und auch Privatpersonen, wenn sie sich politisch äußern, werden beleidigt, angefeindet oder gar tätlich angegriffen. Eine sachliche Auseinandersetzung ist kaum noch möglich. Dazu tragen gerade gewisse Parteien und Gruppierungen und deren Unterstützer bei. Gerade in den sozialen Medien wird beleidigt und gehetzt, wenn eine Meinung kritisiert wird oder sachliche Argumente dagegen gepostet werden.
Das trägt immer mehr zur Spaltung unserer Gesellschaft bei. Diese Klientel radikalisiert sich immer mehr, so dass sie für einen sachlichen Diskurs kaum noch empfänglich sind. Der Schritt zur Gewalt ist dann nicht mehr weit.
Dietmar Lettau, Erfurt
Schreiben Sie uns gern Ihre Meinung
Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, Texte zu kürzen. Leserbriefe und auch Leserfotos senden Sie bitte per Mail an leserbriefe@thueringer-allgemeine.de unter Angabe des vollständigen Namens, der Anschrift und der Telefonnummer. Veröffentlicht werden davon nur Name und Ort. Leserbriefe sollten die Länge von 1400 Zeichen nicht überschreiten.








