In seiner Kolumne schaut Funke-Reporter Ingo Glase regelmäßig in Thüringer Töpfe. Manchmal schaut er auch über den heimischen Tellerrand hinaus in neue Kochbücher.

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Über 60 Kilogramm Kartoffeln in jedweder Form verzehrt der durchschnittliche Bundesbürger pro Jahr. In jüngeren Jahren wohl meist als Chips oder Pommes, später dann eher gekocht oder gebraten und, vor allem in Thüringen, als Kloß. Denn die Knollen sind in erster Linie eine perfekte Beilage für viele Thüringer Gerichte – für eine Grillparty etwa sind Fächerkartoffeln ein echter Hingucker: die im Millimeterabstand eingeschnittenen und eingeölten Knollen werden mit Kräutern im geschlossenen Grill (oder Backofen) goldgelb gebacken. Schmecken nicht nur gut, sehen auch lustig aus.

Manuel Weyer, Koch und bekennender Kartoffelliebhaber, stellt in seinem Kochbuch „Kartoffel“ nicht nur Tipps und Tricks zur perfekten Zubereitung vor, sondern auch über 120 Rezepte, die allesamt Appetit machen.

Natürlich kann man über die Rezepte für Salzkartoffeln oder Kartoffelpüree schmunzeln, aber irgendwann muss es jeder mal lernen – und dann ist gut zu wissen, wo’s steht und wie’s geht. Mal ehrlich: außen knusprige und innen fluffige Bratkartoffeln kriegt auch nicht jeder Koch auf Anhieb gebacken. Und die Salzkartoffel-Variationen, etwa mit Zitrone und Lorbeer, Liebstöckel und Knoblauch oder Schwarzkümmel, Ingwer und Kurkuma, dürften auch für Kartoffel-Enthusiasten neu sein.
Das schmeckt auch
Ich bin auch ein großer Freund der gepflegten Knolle, aber viele der Rezepte haben mich echt überrascht und laden zum baldigen Ausprobieren ein, etwa die Königsberger Kartoffelklopse mit Linsen: gekochte Kartoffeln, Linsen, Ei und viele Gewürze werden zur Klops-Masse verarbeitet und wie gewohnt mit Kapern und einer schönen Soße serviert – ohne Kartoffeln, die sind in den Klopsen ja schon mit drin. Auch praktisch.

Rein in die Kartoffeln: Mehr als 120 Rezepte für Beilagen, Vor-, Haupt- und Nachspeisen. „Kartoffel“ aus dem ZS-Verlag. 256 Seiten für 29,90 Euro.








