Wann ist man, wenn man nach Thüringen zieht, kein „Zugezogener“ mehr? Nach fünf, zehn oder 20 Jahren? Meine Antwort: Das bestimmt der „Neue“ zu einem großen Teil selbst, nämlich in dem Maße, wie er sich in den neuen Ort einbringt. Meine „Umsiedlung“ von Sachsen nach Thüringen ist rund 60 Jahre her, ohne dass mir damals bewusst war, dass die Thüringer und Sachsen durch ihre gemeinsame Geschichte der Albertiner und Ernestiner Wettiner eigentlich Brüder und Schwestern sind. Nur heute ist das in Vergessenheit geraten.

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An die Stadt meiner Geburt, Kindheit und Jugend, an Radebeul an der Elbe, habe ich beste Erinnerungen, familiäre Verbindungen und Kontakte zu Freunden bis heute. So führen uns jedes Jahr ein paar Tage in die schöne, alte Heimat, zumal uns nahe der Luther-Kirche stets ein gastliches Quartier bei einer älteren Radebeulerin erwartet.

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Der „Lößnitz-Dackel“, die Lößnitzgrundbahn, zuckelt täglich von Radebeul an Weinbergen vorbei bis Moritzburg und weiter ins Zille-Städtchen Radeburg - in der Weihnachtszeit dementsprechend dekoriert.© Sebastian Kahnert/dpa | Sebastian Kahnert

Die Krönung der Verbindung ist aber seit vielen Jahren die Kultur-Zeitschrift „Vorschau & Rückblick“. Sie offenbart eine großartige Mischung an Beiträgen, gestaltet von einem Kulturverein im Ehrenamt, wie es in unserer Region wohl nur in Gotha oder Arnstadt möglich ist. Die Autoren bieten aktuelle Texte, Fotos und Grafiken über Künstler der Vergangenheit und Gegenwart an. Weitere Themen sind die Museen und Bibliotheken, der „Lößnitz-Dackel“, die Lößnitzbahn nach Radeburg, Chöre und die Landesbühnen sowie viele andere tolle Veranstaltungen. Als ehemaliger Architekt möchte ich noch die langjährige Reihe über die Architektur und Denkmalpflege nennen, die vom Barock-Schloss bis zum Plattenbau reicht. In diesem Sinne empfehle ich Ihnen ein paar Urlaubstage in der wunderbaren Stadt an den Lößnitzer Weinbergen.