Zu „Außenkanzler Merz: Frust statt Feierlaune“ vom 25. April:
Friedrich Merz zieht vom Leder. So brutal wagte nicht einmal Spaniens Pedro Sànchez den US-Präsidenten zu kritisieren - und der steht in Washington ganz oben auf der schwarzen Liste. Nun aber der Kanzler: Trump habe „ganz offensichtlich ohne Strategie“ den Iran-Krieg vom Zaune gebrochen und „auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie“. Sein Publikum, Gymnasiasten aus dem heimatlichen Sauerland, rieb sich die Augen. War das noch unser Kanzler, der als Trump-Flüsterer, als Musterschüler angetreten war? Keine Bange, er ist noch der Alte. Sonst hätte er solch klare Worte nicht an eine Schulklasse, sondern an Trump selbst gerichtet und seine Worte mit Taten untermauert.
Sànchez und seine italienische Amtskollegin Giorgia Meloni untersagten den USA die Nutzung der auf ihrem Territorium liegenden US-Stützpunkte. Ramstein indes ist immer noch die entscheidende Drehscheibe für Amerikas Krieg im Nahen Osten. Merz Philippika ändert nichts - außer, dass nun auch der deutsche Primus auf Trumps schwarzer Liste landen wird.
Dr.-Ing. Manfred J. Fiegler, Schwansee
Weitere Leser-Meinungen
Zur geplanten Reform der Bundeswehr vom 23. April:
Minister Pistorius weiß um den Ernst der Lage. 2029 wird die Bedrohung durch Russland konkret. Bis dahin soll auch entbürokratisiert werden. Ein Loch in der Hose wird nicht mehr von mehreren Offizieren geprüft. Mülltrennung wird es weiterhin geben. Kritisch ist die Feinstaubbelastung beim Schützenpanzer Puma. Seine Tauglichkeit für Schwangere bleibt bestehen. Ein Wickeltisch ist nicht Vorschrift. Auch die Frage, ob für die 70-jährigen Reservisten der Panzer behindertengerecht sein muss, ist noch offen. Ob sich die Reservisten daran erinnern, dass das Maschinengewehr nur bei geschlossenen Türen benutzt werden darf? Es gibt noch viel zu tun.
Friedemann Boelicke, Erfurt
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