Ein lockerer Boden, eine süße Butterpuddingcreme, in Weinbrand getränkte Kekse (am besten Hansa-Kekse, in DDR-Freibädern der Standard-Snack) und eine schöne Glasur – fertig ist der beliebte LPG-Kuchen, ein Klassiker aus früheren Zeiten und in Thüringen von keiner Kaffeetafel wegzudenken. Das Rezept meiner Schwiegermutter Oma Christel hatte ich jüngst vorgestellt, auf unseren Internet-Seiten finden Sie es schnell.

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Allerdings wusste auch sie nicht, wie der Name entstanden ist. Daraufhin haben sich mehrere Leserinnen gemeldet. Eine originelle, aber plausible Erklärung lieferte Rena Just aus Dachwig: „Die Kekse stellen die kleinen Flächen dar, die für die „Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG)“ zu einer großen Fläche zusammengelegt wurden. Der Kuchen stellt so ein zusammengelegtes Feld dar.“ Der LPG-Kuchen als kulinarisches Resultat der Kollektivierung der Landwirtschaft.

Eine weitere Variante kennt Rosemarie Herzog aus Bad Langensalza: „Der Kuchen wurde, zumindest in früheren Jahren, meist auf dem Land gebacken, weil die Bauern nunmal alles hatten, was man dafür brauchte: Butter, Milch, Mehl, Eier. So wurde er bei allen Festen, die bei der LPG gefeiert wurden, gebacken.“

Weitere Rezept-Ideen

Ein weiterer Vorzug des LPG-Kuchens: man kann ihn auf vielfältige Weise variieren, etwa mit Kakaoteig, Schokobuttercreme und einer hellen Glasur. Wer mag, kann auf den Teig auch noch eine Marmeladen-Schicht aufstreichen, aber das ist ja nicht jedermanns Sache.

LPG-Kuchen
Eine Variante: Kakao-Boden und helle Glasur. Mit Rapsöl oder Kakaobutter wird gekaufte Kuvertüre geschmeidiger.© Funke Medien Thüringen | Ingo Glase

Oma Christel hat es auch schon mit den berühmten Othello-Keksen (also den Kakao-Keksen) versucht, doch die sind im Weinbrand-Bad schnell zerbröselt. Aber es muss ja nicht Weinbrand sein, auch Liköre oder (in der Kindergeburtstags-Variante) Säfte eignen sich. Einfach mal ausprobieren, in der DDR waren die Leute ja ohnehin sehr erfinderisch.