Zum Beitrag „Schulbegleiter immer teurer“ vom 16. Mai:
Wieder einmal scheint der Rotstift dort angesetzt zu werden, wo die Betroffenen kaum eine Lobby haben: bei den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft, den Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf. Schulbegleiter sind kein Luxus, sondern das Fundament für echte Inklusion und Bildungsgerechtigkeit. Sie ermöglichen es Kindern mit Behinderungen oder Entwicklungsverzögerungen überhaupt erst, am Regelschulalltag teilzunehmen. Hier zu sparen bedeutet, die Zukunftschancen dieser Kinder massiv zu beschneiden und Lehrkräfte sowie Eltern noch weiter zu überlasten.
Gleichzeitig erleben wir, dass für die Aufrüstung Milliarden mobilisiert werden. Diese Schieflage ist schmerzhaft. Eine Gesellschaft zeigt ihren wahren Wert daran, wie sie mit ihren Kindern umgeht – nicht daran, wie gut sie gerüstet ist.
Thorsten Rödiger, Erfurt
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Weitere Leser-Meinungen
Zum Beitrag „Flyer ersetzt Pflegekurs für Nachbarn“ vom 21. Mai:
Da kämpfen wir in der Pflege seit Jahren für die Professionalisierung unserer Branche und dann reicht ein Flyer, um einem Laien die Grundbegriffe beizubringen? Warum nicht gleich ein Etikett an den Pflegebedürftigen hängen, so wie es an Grünpflanzen üblich ist!
Mir ist schon klar, ohne pflegende Angehörige geht gar nichts. Da leisten sehr viele Thüringer rund um die Uhr Großartiges.
Und natürlich leidet der Pflegebereich unter Fachkräftemangel, doch ich habe nie einen Aufruf gelesen, indem Pflegefachkräfte als Kursleiter für pflegende Nachbarn gesucht wurden. Wir wissen, dass wir künftig noch stärker auf die Laienpflege setzen müssen. Aber es gibt auch die dunkle Seite. Sollte der Pflegekurs für Nachbarn nicht dazu dienen, dem schnöden Geldabschöpfen eine Hürde zu setzen? Jetzt holt man sich einen Flyer und kassiert das Geld.
Bettina Heußner, Mühlhausen
Krankenschwester und Pflegedienstleitung
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