Zum Beitrag „Privatradios dürfen fusionieren“ vom 1. Juni:
„Wie die gesamte Medienbranche befindet sich der Radiosektor seit Jahren unter Druck“. Wirklich der ganze? Neun gebührenfinanzierte Landesrundfunkanstalten betreiben fast 70 (!) Radioprogramme rund um die Uhr. Sogar ein „Maus“-Radio gibt es jetzt beim WDR. Von zu wenig Konkurrenz kann da nicht die Rede sein. Noch vor 30 Jahren hatten die Landesrundfunkanstalten im Westen in der Regel drei Programme. Das hat zur Information gereicht. Hier wäre weniger mehr und vor allem auch finanzierbar. Und mehr Programme im Radio gäbe es auch, wenn wir in Thüringen per DAB+ endlich auch den NDR, SWR, WDR, BR usw. empfangen könnten. Und für die Kleinen halt auch die Maus im Radio. Besser als in der Wohnung...
Uwe Heinemann, Arnstadt
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Zum Beitrag „Das Windrad finanziert nicht den Lamborghini“ vom 1. Juni:
Da lese ich doch mal was vom Umweltminister Kummer. Beim Befürworten der neuen Energien vergisst er die wichtigsten Dinge. Er möchte mal die Augen aufmachen, dann sieht er in der Mitte von Thüringen nur noch Windräder und bald immer mehr große Solaranlagen. Wie sich die Landschaft verändert, brauche ich nicht zu betonen. Kein Thüringer hat bisher dadurch weniger Stromkosten bezahlt. Dass wir in Deutschland Strom erzeugen, den ins Ausland verschenken und noch bezahlen müssen, hat er auch noch nicht gehört.
Genauso spricht er nicht von der Speicherung der produzierten Energie, ganz zu schweigen vom Abschalten, weil wir sie nicht brauchen, aber die Betreiber kassieren dafür Geld. Also, da läuft etwas völlig falsch in der Energiepolitik, nicht nur in Thüringen. Die Lösung, immer mehr zu bauen, egal wo, ist für die Menschen nicht das Ziel.
Reinhard Dietrich, Erfurt
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Zum Beitrag „Ein Beispiel“ vom 30. Mai:
In seinem „Salon“ hat Herr Goldberg ein Beispiel für die heute auch in Thüringen vorhandene Vetternwirtschaft, eindrucksvoll mit Fakten hinterlegt, dargestellt. Der Stadt Erfurt hat dies nicht nur 1,7 Millionen Euro, sondern auch viel Reputation gekostet. Und das Land bezahlt nun zwei zusätzliche gut bestallte Staatssekretäre. Die Kosten dafür wohl im sechsstelligen Bereich? Vielleicht werden die unter Verschluss liegenden Gutachten nun doch noch veröffentlicht. Dies würde das Vertrauen der Bürger in die Exekutive, die Staatsmacht, vielleicht wieder erhöhen?
Jürgen Werner, Oberheldrungen
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Zum Beitrag „Wir haben Großes vor“ vom 1. Juni:
„Wir haben Großes vor“, sagt der neue Generalmusikdirektor der Erfurter Oper, Hermes Helfricht. Die bisherige Bilanz: 166.000 Besucher im letzten Jahr. Die entscheidende Zahl der Auslastung wird aber verschwiegen – warum wohl? Ein Viertel der Besucherzahlen geht allein auf die Domfestspiele mit „La Boheme“ zurück. Da kann ich mir gut vorstellen, wie viele – oder besser wie wenige – Leute im Parkett bei anderen Stücken saßen.
Nun hat der neue Chef „Großes“ vor. Opern von Mozart, Beethoven, Verdi, Wagner – also großes kulturelles Erbe? Fehlanzeige. Der Klassiker „Eugen Onegin“ wird in der „Lesart“ des Regisseurs Matthew Ferraro gezeigt. Und sieht man sich Aufführungen dieses Regisseurs im Internet an, so hat das mit Tschaikowsky nicht mehr viel zu tun.
Als jahrzehntelanger Opern- und Theaterbesucher stelle ich fest: diese Kunstform steckt in der Krise.
Die Ursachen sind vielfältig: In den Schulen wird das kulturelle Erbe kaum noch gelehrt, entsprechend gering ist das Interesse an dieser „altmodischen“ Kunst. Das Entscheidende ist aber die Umsetzung durch die Regisseure.
Die heutige Situation ist: die Jungen gehen nicht ins Theater, weil sie mit dieser Kunstform nicht vertraut gemacht wurden – und so alte Säcke wie ich wenden sich grauenvoll vom Regie-Theater ab.
Wenn man die Häuser wieder vollkriegen will, muss man sich nur die Fragen stellen: Was wollen die Menschen sehen und vor allem – wie wollen sie es sehen? Selbstverständlich können und müssen auch moderne, zeitgenössische Autoren zur Darstellung kommen. Die künstlerische, und damit finanzielle Basis der Theater- und Opernkunst ist und bleibt aber das reichhaltige, unverfälschte, kulturelle Erbe von Weltgeltung.
Dr. Gerhard Schäfer, Bleicherode
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