Zum Beitrag „Die Welt lässt Deutschland abblitzen” vom 4. Juni:
Es ist wie beim Eurovision Song Contest. Bei diesem Schlagerwettbewerb belegt Deutschland seit Jahren letzte Plätze. Das liegt weniger an den künstlerischen Beiträgen, sondern ist ein deutliches Zeichen für die Unbeliebtheit unseres Landes. Immerhin hat Portugal uns noch 4 Punkte gegeben. Jetzt sind die Portugiesen bei der Wahl in New York deutlich an uns vorbeigezogen. Da haben auch die Stimmen von Tonga und Brunei nichts genutzt, die Johann Wadephul extra noch besucht hatte. Die Begründung für die internationale Blamage reicht von Annalena bis zu Friedrich. Sein Nichterscheinen auf der Weltbühne hat dem Außenkanzler wohl geschadet, während er gleichzeitig in Arnsberg und Meschede Triumphe feiert. Auch die Staatsraison gegenüber Israel verbietet eine Stellungnahme zum Bruch des Völkerrechts. Merz wirbt jetzt für einen neuen Aufbruch, denn in acht Jahren kann man sich ja wieder für einen Platz im Sicherheitsrat bewerben.
Friedemann Boelicke, Erfurt

Ebenfalls zu diesem Beitrag:
Mit großen Hoffnungen ist man in die Wahl als nicht ständiges Mitglied in den Weltsicherheitsrat gegangen und hat nur 104 Stimmen bekommen. 193 Länder stimmten dabei ab. Offenbar ist Deutschland gar nicht so beliebt in der Weltgemeinschaft, für mich auch eher ein Geisterfahrer bei so manchen weltpolitischen Entscheidungen. Man gibt ja viel Geld aus in der UN, ist der zweitgrößte Geldgeber, auch bei der Ukrainehilfe rühmt man sich der größte Geldgeber in der EU zu sein. Geld ist jedoch nicht alles, man kann mit Geld nicht alles regeln, wie man seit Jahren in Deutschland meint. Die derzeitige Haushaltslage sollte jedoch zu einem Umdenken führen. Der Kanzler der Außenpolitik sollte sich in Zukunft mehr um die Innenpolitik kümmern, da gibt es viel zu tun.
Harald Wieprecht, Sömmerda
Weitere Lesermeinungen
Zum Beitrag „Wir müssen uns schleunigst unabhängig machen“ vom 4. Juni:
Wieder einmal lese ich die Klagen darüber, wir müssten von China unabhängig werden. Ich habe in den 1980er/1990er Jahren als Geologe in Afrika in der Exploration von Lagerstätten gearbeitet, sie waren damals in europäischer Hand. Schon damals hat China massiv daran gearbeitet, Schürfrechte in Afrika zu bekommen, finanzierte dazu Infrastrukturprojekte in Afrika, insbesondere zu den Rohstoffregionen. Damals sprach ich die Kooperationspartner darauf an, man solle nicht alles in chinesische Kontrolle geben, da irgendwann ein Monopol und damit eine mögliche Knappheit drohe. Man lachte mich von allen Seiten aus. China würde für uns die Rohstoffe viel günstiger ohne unser Zutun bereitstellen, hieß es. Mein Hinweis auf den „langen Atem“ chinesischer Politik wurde ebenfalls mit einem Lächeln abgetan.
Heute, fast 40 Jahre später, bewahrheiten sich diese Wahrnehmungen. Aber da wir in Europa immer nur in kurzen Perioden und rein wirtschaftlicher Ausrichtung denken, wurde die damals noch mögliche Richtungsentscheidung verworfen. Es ist eine Illusion, zu denken, dass man 40 Jahre chinesische Politik nun „schleunigst“ ändern und eine kurzfristige Unabhängigkeit erreichen könne. Eine Lagerstätte braucht über zehn Jahre von der Erschließung bis zur Produktion. Und dann haben die jetzigen Produktionsländer immer noch den jahrzehntelangen Vorsprung im Knowhow.
Dr. Michael Günther, Erfurt
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Zu einem Leserbrief zum Thema Theater:
Ich stimme der Einschätzung über den Zustand der kulturellen Bildung und des künstlerischen Niveaus vieler Theater zu. Allerdings gibt es auch Lichtblicke. Gerade das DNT Weimar gibt durch partizipative Projekte Laienmusikern und -schauspielern die Gelegenheit, mit Profis zusammenzuarbeiten. Mit dem „Jungen DNT“ werden junge Menschen angesprochen. Aufgrund enger Verbindung mit der Musikhochschule werden Studenten früh an die Praxis herangeführt. Durch kluge Programmgestaltung erfreuen sich die Sinfoniekonzerte der Staatskapelle eines großen Zuspruchs.
Richtig ist leider ebenso, dass vielerorts die Programme seicht und austauschbar geworden sind, aber auch durch mangelnde Bildung Publikum wegbleibt. Hoffentlich kann durch die Projekte des DNT und durch hervorragende Inszenierungen wieder mehr Publikum gewonnen werden.
Cornelius Ludwig, Niederdorla
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