Zum Beitrag „Land soll von Militärtechnik-Projekten profitieren“ vom 11. Juni:
Als kriegsgeschädigter Bürger des Jahrgangs 1940 kann man das gar nicht fassen: Frau Boos-John, ihres Zeichens Thüringer Wirtschaftsministerin, hat erkannt, dass man mit Kriegsproduktion im Freistaat Thüringen eine neue Wertschöpfung erreichen kann. Ich frage mich, was für eine Wertschöpfung ist das? Man produziert Kriegsmaterial und das kauft dann der Staat mit dem Steuergeld der kleinen Leute oder irgendwelchem Sondervermögen (Schulden der Zukunft) und lagert es ein? Kriegsmaterial, sofern es nicht zum Einsatz kommt, bindet Material-Ressourcen wie Stahl und Seltene Erden sowie hochqualifizierte Arbeitskräfte und Kapazitäten in Forschung und Entwicklung. Kriegsproduktion erzeugt nur einen scheinbaren Wohlstand, denn werden Kriegsgeräte nicht genutzt, veralten sie, kosten Unterhalt und werden verschrottet. Die damit verbundene Staatsverschuldung steigt, da diese keinen produktiven Gegenwert hat. In Anbetracht der möglichen russischen Bedrohung, sollte man sich aber mit der Kriegsproduktion beeilen, um wenigstens bis 2029 ein bisschen von dieser Art der Konjunktur zu partizipieren.
Wäre es nicht besser und auf jeden Fall nachhaltiger, alle diplomatischen und sonstigen Anstrengungen zu unternehmen, um die Beziehungen zu Russland endlich wieder in vernünftige politische und ökonomische Bahnen zu lenken?
Dieter Petermann, Stadtilm
Weitere Leser-Meinungen
Zum Beitrag „Ein Beispiel“ vom 30. Mai.
Eine sehr gute Zusammenfassung des sogenannten Theaterskandals. Es ist beschämend, dass Menschen in führenden Positionen der Stadtverwaltung, die sehr gut bezahlt wurden, ohne jegliche Bestrafung davonkommen. Wieder einmal haben Männer und ihre Strukturen bewiesen, dass Frauen in Erfurt im Kampf um ihre Rechte keine Chance haben.
Christiane Jedamzik, Erfurt
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