Zum Beitrag „Die Demografie als Chance“ vom 16. Juni:

Es gibt immer Chancen – gerade, wenn sich die Probleme durch Versäumnisse und Fehlentwicklungen nicht mehr mit „weiter so“ lösen lassen. Es wird viel erwähnt von „großen Aktivitäten“ der verantwortlichen Politiker. Das stimmt mich schon sehr skeptisch. Wo sind die Vordenker und Analytiker, die alle Ursachen und deren Wirkungen für das mangelhafte System erkennen? Wo werden, bei aller Abhängigkeit, die neuen technischen Möglichkeiten für eine effektivere Wissensvermittlung intensiv genutzt? Diese sind doch schon längst im Alltag angekommen.
Es ist aus ganz natürlichen Gründen schon nicht möglich, jedem Kind eine hohe Bildung zu vermitteln. Es ist aber möglich, jedem eine, seinen Möglichkeiten angepasste, Bildung zu vermitteln, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Wo bleibt eigentlich die Förderung der Begabten in allen Bildungsstufen, unabhängig von ihrer Herkunft? Da liegen doch die Potenziale für das Wachsen und Gedeihen einer reichen Gesellschaft. Nur mehr Gleichheit zu wollen, ist lobenswert, aber bitte nicht mit der ständig propagierten Benachteiligung, die keine Lösungsstrategie ermöglicht.
Statt Schulpflicht sollte es eine Bürgerpflicht zur Bildung, Gesundheit, Arbeit und Verteidigung geben und angepasste Verhaltensregeln mit Sanktionierungsmaßnahmen, ähnlich den Verkehrsregeln. Wie sollte eine Gemeinschaft sonst leben und überleben „im Sturm des Weltgeschehens“?    
Peter Giesemann, Niederroßla

Zur geplanten Reform der Krankenkassen:

Die Bundesregierung gibt viel Geld für die Kriegsführung (in der Ukraine) und unbegrenzt viel Geld für die Kriegsfähigkeit unseres Landes aus. Deshalb müssen die Ausgaben für das Volk reformiert, das heißt gekürzt werden. Dazu werden die Zuzahlungen heraufgesetzt. Das ist dann so wie bei der Kasko: Teilkasko und Vollkasko. Daher bietet sich eine Namensänderung an. Teilkrankenversicherung bezeichnet die Pflichtversicherung und Vollkrankenversicherung wäre treffend für die freiwillige bzw. private Krankenversicherung.
Gottlob Korda, Erfurt

Zum Beitrag „Warnschüsse im Ärmelkanal“ vom 17. Juni:

Ohne Frage sind Brisanz und Gefährlichkeit eines Warnschusses gegenüber einer zivilen Jacht nicht von der Hand zu weisen. Dennoch sollte man die Reihenfolge der Ereignisse nicht ausblenden. Mit dem Entern und Festsetzen eines Tankers der sogenannten Schattenflotte erfolgte zuvor ein politischer Einschnitt: Aus Sanktion und Überwachung wurde ein unmittelbarer Zugriff auf See. Juristisch mag dies begründet worden sein, politisch ist es eine klare Machtdemonstration – mit einem heiklen Zusatz: der Nähe zu möglicher Konfliktbeteiligung. Wer nur die russische Reaktion als Provokation beschreibt, blendet die vorausgegangene Eskalation aus. Es geht nicht um einen isolierten Zwischenfall, sondern um die Verschärfung eines maritimen Sanktionskonflikts.
Holger Jakob, Seebach

Zum Beitrag „Alles richtig macht man nie“, einem Interview mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, vom 13. Juni:

So richtig diese Feststellung der Gesundheitsministerin ist, so falsch sind ihre Ausführungen, dass mit ihrem Entwurf zur Reform der Pflegeversicherung die Lasten möglichst breit verteilt werden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind eher ein untauglicher Versuch, die Kosten zulasten der Pflegebedürftigen, der Pflegenden und der Kommunen zu verschieben. 
Besonders perfide ist der Vorschlag zur Streckung des sogenannten Leistungszuschlages der Pflegekasse auf den pflegebedingten Eigenanteil, was entweder zu einem deutlichen Anstieg der finanziellen Belastung der Pflegebedürftigen oder, falls keine ausreichenden finanziellen Reserven beim Pflegebedürftigen vorhanden sind, zu einer zusätzlichen Belastung der öffentlichen Haushalte der Kommunen (Sozialhilfe) führt, wenn man annimmt, dass zumindest für zwei Jahre die Eigenanteile aus der Rente und dem Vermögen der Pflegebedürftigen abgedeckt werden. Die angerissenen Maßnahmen zur Entlastung bleiben vage. So sieht keine gerechte Lastenverteilung aus.
Sigmar Radestock, Sömmerda

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