Knapp 70 Menschen sind gekommen. Sie alle starren auf die große Leinwand. Dort wird gerade die erste Hochrechnung verlesen. Die ARD sieht das BSW bei 4,8 Prozent. Damit wäre die Partei nicht im Bundestag vertreten. Thüringens Landesvorsitzender Steffen Schütz zeigt sich bei dieser ersten Hochrechnung kämpferisch. „Wir werden es noch schaffen“, ruft Schütz in die Menge und erntet Applaus. Er will ein bisschen Hoffnung geben.
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Prognose sieht das BSW bei fünf Prozent
Dann kommt der entscheidende Wink von der Seite: Das ZDF sieht das BSW bei 5 Prozent. Dementsprechend groß ist der Jubel. Der Sender ist schnell gewechselt. Fortan sieht man mit dem Zweiten besser. Bei jeder neuen Hochrechnung, die das BSW bei der magischen Fünf-Prozent-Marke sieht, wird ein wenig mehr jubiliert. Dass es knapp werden wird, das war wohl jedem der Anwesenden klar. Wie eng es dann tatsächlich noch wurde, konnte man im Laufe des Abends nur erahnen.

Kurz bevor die ersten Prognosen kamen, zeigten sich einige Teilnehmer und Unterstützer noch verunsichert. Der Streit zwischen dem Thüringer Landesverband und Parteichefin Sahra Wagenknecht hängt einigen noch im Gedächtnis und schürt Sorgen, dass die Partei es schlussendlich deswegen nicht in den Bundestag schafft.
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Streit zwischen Landesverband und Sahra Wagenknecht
Im Laufe des Abends pendelt sich das BSW bei knapp fünf Prozent in den Hochrechnungen ein. So schlimm kann die Unstimmigkeit nicht gewogen haben, so ein Unterstützer. Der Streit habe „offensichtlich keinen Einfluss“ auf die Wahlentscheidung der Thüringerinnen und Thüringer gehabt“, sagt Schütz.

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Auch dass gegen zwei BSW-Minister der neuen Thüringer Brombeer-Regierung wegen des Verdachts der Korruption ermittelt wird, habe der Partei schlussendlich nicht geschadet. „Mich persönlich hat niemand angesprochen und gesagt, ihr macht schlechte Arbeit“, sagt Schütz.
Und dennoch sei der Wahlkampf schwierig gewesen, eben weil man sich monothematisch aufgestellt habe und vor allem das Thema Krieg und Frieden behandelt habe. Dass das BSW es verpasst habe auch andere Themen stark zu machen, verneint Schütz. Dennoch wolle man sich jetzt thematisch noch breiter aufstellen.
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Kuchen und Sekt im Pappbecher
Komplett erleichtert zeigen sich die meisten in der Geschäftststelle des BSW in Erfurt jedoch noch nicht. Man will erst sicher gehen, dass es wirklich funktioniert mit dem Einzug. Schütz spricht dennoch von einem historischen Ergebnis. Schließlich sei das BSW – ob nun im Bundestag oder nicht – aus dem Stand bei knapp fünf Prozent gelandet. Man klopft sich auf die Schultern.
Mit Sekt im Pappbecher und selbstgebackenen Kuchen verfolgen BSW-Minister, Abgeordnete, Parteimitglieder und Unterstützer das Geschehen auf der Leinwand. „Es ist der Abend für Sekt und Pappbecher“, sagt Umweltminister Tilo Kummer (BSW). Wenn man denn dann eine gefestigte Partei sei, dann könne man auch auf eine andere Bewirtung umsteigen.
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