Bei der Landtagswahl im September gab es Tränen. Und zwar von der damaligen Spitzenkandidatin Madeleine Hänfling. Sie flossen wegen des schlechten Ergebnisses – die Grünen flogen damals mit 3,2 Prozent aus dem Parlament – und vor allem auch wegen des starken Abschneidens der AfD.

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Ein „Grünchen“ im Szenelokal „Franz Mehlhose“

Party der Grünen im Franz Mehlhose in Erfurt
Extra-Getränk im Angebot im Lokal „Franz Mehlhose“ in Erfurt© Gerald Müller | Gerald Müller

Kurz nach 18 Uhr hielt sich dieses Mal die Enttäuschung in Grenzen. Und so blieben auch die Tränen aus. „Wir haben den geringsten Verlust aller Ampelparteien“, sagte Landessprecher Luis Schäfer im Szenelokal „Franz Mehlhose“, in dem sich rund 80 Personen versammelt hatten. Die ideenreichen Gastgeber hatten mit „Grünchen“ auch ein Extra-Getränk kreiert, unter anderem mit Curacao, Orange und Maracuja. Die meterhohen roten Vorhänge, die bei den zahlreichen Veranstaltungen im Einsatz sind, hatten sie trotz der Buchung der „Grünen“ nicht extra abgenommen. Aber das hatte wohl auch kein Gast erwartet.

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Göring-Eckardt: „Wir haben uns nach oben gekämpft“

Nach Erfurt gekommen war auch Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt, die in Thüringen geboren ist und am Abend dann wieder mit dem Zug zurück nach Berlin gefahren ist: „Wir haben uns in einem extremen Wahlkampf und einem krassen Ampel-Chaos nach oben gekämpft, sind als Partei wieder auf dem aufsteigenden Ast.“ Und man werde weiter vor allem für das Klima kämpfen, „das als Thema leider im Wahlkampf zu kurz gekommen ist.“ Und die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages forderte dazu auf, „keine Spaltung zuzulassen“ und versprach, „stark an der Seite der Ukraine zu bleiben.“

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Deutlicher Zuwachs von Mitgliedern bei den Thüringer Grünen

Party der Grünen im Franz Mehlhose in Erfurt
Katrin Göring-Eckardt bei ihrer Rede im „Franz Mehlhose“.© Gerald Müller | Gerald Müller

In Thüringen hatte sich die Partei nach dem Wahldesaster vom September neu aufgestellt. Zwar fanden damals keine öffentlichen Schuldzuweisungen statt und es gab schon gar keine Rebellion, doch mit den Landessprechern Ann-Sophie Bohm und Luis Schäfer gibt es einen neuen Vorstand. Geschäftsführer Michael Kost vermeldete, dass „wir unsere Strukturen bestmöglich erhalten haben, wir haben unsere neue Position angenommen.“

Party der Grünen im Franz Mehlhose in Erfurt
Die Landessprecher Ann-Sophie Bohm und Luis Schäfer (rechts) sowie Geschäftsführer Michael Kost.© Gerald Müller | Gerald Müller

Die Partei, hätte in den letzten Wochen sogar einen deutlichen Zuwachs an Mitgliedern zu verzeichnen. In Thüringen sind es rund 1800 mehr geworden, „Tendenz steigend, wir brechen jeden Tag unseren Mitgliederrekord.“ Eintritte gab es vor allem nach dem Ampel-Aus und der gefallenen Brandmauer im Bundestag.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Ann-Sophie Bohm forderte schließlich am Wahlabend, dass die demokratischen Parteien „die Kraft finden müssen, miteinander ins Gespräch zu kommen.“ Welche Rolle die Grünen dabei spielen, ob in der Regierung oder in der Opposition, das war auch zu späterer Stunde noch nicht klar. Doch es gebe „keinen Grund, enttäuscht zu sein“, so Katrin Göring-Eckardt, bevor sie sich auf den Weg in die Hauptstadt gemacht hat.

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