Zum Beitrag „Millionenhilfe für Thüringentherme“ vom 23. Januar:

Nachdem ich die Finanzkrise bei den Bädern und Thermen im Freistaat kritisiert habe, freute mich der Artikel besonders. Dass durch das Land doch noch Hilfe kommt, ist mehr als wichtig und auch richtig. Aus meinem Verständnis heraus sehe ich das Land aber auch in der Pflicht, sich für seine Bürger einzusetzen und das für alle Bäder und Thermen! Das ist Steuergeld an der richtigen Stelle eingesetzt. Ein Dankeschön ist hier angebracht!
Hans-Jürgen Obstfelder, Sömmerda

Zum Leserbrief „Unsere DDR-Vergangenheit verdient Fairness“ vom 20. Januar:

Dem Leser gebe ich teilweise recht: In der DDR gab es lobenswerte Dinge. Eine Facharztausbildung für beide Eltern von vier Kindern wäre in der BRD undenkbar. Aber der Leser hört sich an, als wären die deklarierten Erziehungsziele der SED schon der Garant für eine glückliche Jugend. Das Gegenteil ist richtig. Das erklärte Ziel war die „sozialistische Persönlichkeit“. Mit „biegsamer Denkungsart“ hatte man auch wenig auszustehen. Wer aber nicht nach dieser Pfeife tanzte, konnte sehr rüde diskriminiert werden, etwa wer Pioniere, Jugendweihe oder FDJ verweigerte. Ich kenne Dutzende Kinder aus christlichen Familien, denen EOS und Studium trotz hervorragender Leistungen verweigert wurden. Es war ein menschenverachtendes System, das seinen Bürgern ein paar Brocken hinwarf, um sie bei guter Laune zu halten. Das hatten die Volksmassen 1989 endgültig satt. Sie wollten westlichen Wohlstand und bekamen ihn. Vor den Gefahren verschlossen sie weitgehend die Augen. Ich genieße die Rede- und Bewegungsfreiheit, aber bin überzeugt, dass uns der Kapitalismus gnadenlos vor den Baum fährt, wenn wir ihn lassen.
Dr. Hans Erich Müller, Mühlhausen

Zum Beitrag „CDU-Flügel befeuert Debatte um Arbeitsmoral“ vom 26. Januar:

Wir deutschen „Lifestyle-Bürger“ verstehen es einfach nicht, dass unsere Wirtschaft durch unsere fehlende Arbeitsmoral zugrunde geht. Ein Gesetzestext soll es nun richten. Es wird Zeit, dass sich die Regierung ein anderes Volk sucht. Die Einschränkung der persönlichen Freiheit wurde bei Corona fast erfolgreich geprobt. Nun geht es weiter! In der DDR gab es die Pflicht zur Arbeit. Die könnte man doch als Nächstes wieder einführen! Wir müssen endlich begreifen, dass wir keinen Rechtsanspruch auf unsere persönliche Freizeit mehr haben. Die Palette der Vorschläge lässt sich leicht erweitern: Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit, Abschaffung von diversen Feiertagen, Reduzierung der Urlaubstage oder auch Kontrollbesuche bei Simulanten, die sich telefonisch krankschreiben lassen. Man könnte auch den Sonntag als normalen Werktag gelten lassen. Das gäbe sogar der Krankenstand-Debatte einen großen Schub.
Friedemann Boelicke, Erfurt

Weitere Lesermeinungen

Zur Veränderung der Gesellschaft

Die Menschen in unserem Land sind so rücksichtslos, aggressiv und gleichgültig geworden. Man erlebt das täglich, zum Beispiel in der Straßenbahn. Es wird in einer Lautstärke telefoniert, das ist nicht normal. Gezwungenermaßen muss man alles mitanhören. Wie die letzte Party war, welchen Typen man kennengelernt hat, dass man vom Arbeitsamt gezwungen wird, in Rente zu gehen, und wie wenig Rente man dann bekommt. Das sind private Dinge und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.
Und auf der Straße wird man angerempelt, weil alle nur noch auf das Handy schauen. Man fragt sich, was ist nur aus den Menschen geworden? Haben sie alle ihre Erziehung vergessen – oder haben sie gar keine erhalten?
Sabine Pegel, Erfurt

Zum Beitrag „Härtere Strafen für Hakenkreuze“ vom 19. Januar:

Es wird über die Zunahme der Verbreitung von nationalsozialistischen Symbolen von Schülern berichtet, mehr Strafen sollen folgen. Was bedeutet das für unsere Lehrerschaft, die schon jetzt überfordert ist? Was tun gegen die nationalistische Gesinnung dieser Schüler, ihrer Eltern, der Verwandtschaft oder der Freunde? In diesen Kreisen hat längst die Ideologie der Neuen Rechten einen Platz am Küchentisch eingenommen. Schriftliche Verwarnung, Schulverweise, Schulwechsel, Sozialpädagogen sollen helfen? Die Gesellschaft hat es nicht einmal geschafft, bei Fanatikern die faschistischen Geister unserer Vorfahren zu vertreiben.
Gleichzeitig wird von der Neugründung des Jugendvereins der AfD berichtet. Dessen Förderer der Thüringer AfD ist ein rechtsextremistischer Verdachtsfall! Was sind das für Zukunftsaussichten für diese Jugendlichen, gefangen im Blasendenken ihrer Mutterpartei. Es trifft die Weisheit zu: „Auf einfache Wege schickt man nur die Schwachen.“
Rosi Schmidt, Gotha

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