Zum Beitrag „Schulstreik gegen Wehrdienst“ vom 2. März:
In letzter Zeit drängt sich mir das Gefühl auf, dass alle freiheitlich-demokratischen Errungenschaften mit einer Selbstverständlichkeit ausgenutzt werden, ohne auch nur den geringsten Beitrag dafür zu leisten. Grundrechte wie die Pressefreiheit, die Vereins- und Versammlungsfreiheit, das Recht, Parteien zu gründen und die Glaubensfreiheit wurden uns nicht geschenkt, sondern mussten der Obrigkeit hart abgerungen und immer wieder aufs Neue verteidigt werden. Sicher ist nicht alles optimal in Deutschland. Das liegt aber auch viel an uns selbst. Über alles wird heutzutage gejammert. Das Vertrauen in Staat und Gesellschaft, also in uns, ist so niedrig wie nie.

Wer sein Heil im Ausland sucht, wird schnell merken, wie gut zum Beispiel unser deutsches Gemeinwesen funktioniert. Im Gelobten Land, den USA, möchte ich, trotz rudimentärer staatlicher Krankenversicherung, nicht krank werden. In einigen Ländern, die an die EU grenzen, dürfen Mädchen nicht in die Schule gehen. Frauen und Kinder werden aus den aberwitzigsten Gründen verstümmelt, Presse- und Meinungsfreiheit sind nicht vorhanden und Terror-Milizen tyrannisieren ganze Landstriche. An der übernächsten Grenze herrscht Krieg. Es muss doch eine patriotische Pflicht für jeden Bürger sein, unsere Werte und unser Vaterland zu verteidigen. Oder, wenn das nicht möglich ist, einen sozialen Dienst für unsere Gesellschaft zu leisten.
Jörg Steinmetz, Ebeleben
Weitere Lesermeinungen
Zum Leitartikel „Eine Falle als Freiheit verkauft“ vom 26. Februar:
Deutschland mit seinem Zwei-Prozent-CO2-Anteil am weltweiten Gesamtausstoß will fast allein das Klima retten – nun mit einem umbenannten Heizungsgesetz. Aber kann man das überhaupt? Hat unsere Art zu heizen überhaupt einen Einfluss auf das Klima? Oder gibt es andere Ursachen für den Klimawandel?
Zum Beispiel: Was hat in der Erdgeschichte die Eiszeiten verursacht und was hat die Eismassen wieder schmelzen lassen? Es darf stark bezweifelt werden, dass unser Gas allen Lebens (Grundlage der Photosynthese), das CO2, die Hauptursache dafür war und ist.
Wie heißt es in einem Titel vom Erfurter Sänger Clueso so treffend: „Ich kann den Wind nicht ändern, nur die Segel drehen.“ Auf den Punkt gebracht: Die Menschheit sollte das machen, was sie in ihrer Entwicklungsgeschichte schon immer gemacht hat – sich mit Wissen und Ideen an veränderte Klimabedingungen anpassen.
Denn das hat sie bis heute überleben lassen.
Ein „Gebäudemodernisierungsgesetz“ mit Vorgaben, die schon praktisch nicht umsetzbar sind, ist da allerdings der falsche Weg.
Thomas Goedecke, Erfurt

Zum Artikel „Auch durch neue Gasthermen wird CO2 gespart“ vom 28. Februar:
Kopfschüttelnd muss ich mir Luft machen: Wenn Frau Reiche die Gasförderung in Deutschland ausbauen will und das Potenzial für Biomethan als ausreichend einschätzt, dann ist das mit Realitätsverweigerung noch freundlich umschrieben. Was kommt als Nächstes? Die Uran-Förderung im Erzgebirge reaktivieren? Statt auf Zukunftstechnologien zu setzen, wird der Rückwärtsgang eingelegt und Vollgas gegeben. Die Abhängigkeit von zweifelhaften Lieferanten wird zementiert, koste es was es wolle. Die Zeche werden insbesondere Mieterinnen und Mieter zahlen, die von der angeblichen Freiheit im Heizungskeller gar nichts haben.
Jeffrey Ludwig, Erfurt
Zur geplanten Kunstinstallation zum Krämerbrückenfest:
Ich schlage vor, mit der Installation auf den namensgebenden „Kramhandel“ auf der Brücke Bezug zu nehmen. Zunftzeichen und Handelsartikel vom Mittelalter bis heute könnten dort symbolisch Berücksichtigung finden. Nach 870 Jahren ein würdiger Hinweis auf die einstige Namensgebung: „pons rerum venalium“ (Brücke der feilgebotenen Dinge).
Brigitta Pohl, Erfurt

Zum Comic „Hägar“ vom 2. März:
„Wir kämpfen gegen den König, weil unsere Sache gerecht ist und seine ungerecht!!“ – „Und warum ist der König so ungerecht?“ – „Weil er das Gold hat!“, erklärt Hägar in dem Comic seinen Mitkämpfern. Was mich, tief bewegt, zu der Frage veranlasst: Ist Hägar Sozialdemokrat, mithin aktivistisches SPD-Mitglied mit Sozialneidhintergrund und deshalb von Enteignungsfantasien geplagt? Hoffentlich ist er geimpft und geboostert und glaubt an den real menschlichen Klimawandel.
Hubert Appenrodt, Sondershausen
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