Zum Beitrag „Wie tief steckt die AfD im Vettern-Sumpf?“ vom 21. Februar:
Es könnte vielleicht zu Recht kritisiert werden, dass bei der Auswahl von Mitarbeiter für Tätigkeiten von Abgeordneten verwandtschaftliche Beziehungen eine wichtige Rolle spielen. Aber: Es sind doch Gelder, die den Abgeordneten für ihre „Arbeit“ zur „freien“ Verfügung gezahlt werden? Sich darüber zu empören, ist sehr scheinheilig. Sind die Parteien durch eine Wahl als Sieger, Wunsch-Partner oder „notwendiges Übel“ in die Regierungs-Verantwortung gekommen, werden die meisten zu besetzenden Posten an Parteifreunde vergeben. Die Kompetenz durch Qualifikation und Erfahrung ist zweitrangig. Irgendwie werden die hohen Erwartungen, immensen Ausgaben und nicht erreichten Ziele schon zu begründen sein. Ein so geführter Wirtschaftsbetrieb wäre längst pleite und verschwunden. Wir Wähler stehen alle vier Jahre vor dem Dilemma, eigenverantwortlich zu bewerten, „weiter so“ oder in eine andere, ungewisse Richtung zu marschieren. Früher sagte man dazu: „rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“. Es fehlt eine konsequente, langfristige Erfolgsstrategie für die grundsätzlichen Fragen im Land, wie wollen wir leben, was müssen wir, muss jeder, dafür tun.
Mut haben, sich einbringen und nicht nur fordern!
Peter Giesemann, Niederroßla
Weitere Lesermeinungen
Zum Leitartikel „Eine Falle als Freiheit verkauft“ vom 26. Februar:
Die CDU-geführte Bundesregierung ist in puncto Unehrlichkeit nicht mehr zu toppen. Das zeigen unerfüllte Wahlversprechen, ihre populistische Rhetorik um politische Entscheidungen bis hin zu Gesetzesänderungen. Die Wirtschaftslobbyisten leisten ganze Arbeit!
Die jüngste Aufregung gilt der Änderung des Heizungsgesetzes, welches in der Kolumne realistisch kommentiert wird. Natürlich sind Ministerien verpflichtet, die Wirksamkeit von laufenden Gesetzen zu prüfen und gegebenenfalls zu ändern. Aber schwarze Parteipolitik gegen grüne Vordenker durchzudrücken, ist in Zeiten des Klimawandels unverantwortlich. Zu Recht warnen Fachleute vor Kostensteigerungen aus fossilen Brennstoffen, dabei haben Mieter keine Wahl. Hausbesitzer können wählen und sollten sich nicht in teure Sackgassen begeben. Denn den synthetischen Kraftstoffen oder dem Biogas sind auch Grenzen gesetzt. Zielführend können nur Rahmenbedingungen, Subventionen sein, die schrittweise zur Unabhängigkeit von fossilen Energieressourcen führen. Unsere Thüringer Tüftler aus Apolda haben die Zeichen der Zeit erkannt: ihr Solardachsystem und das eventuell in Kombination mit der Wärmepumpe, was für eine Perspektive dort, wo es passt.
Jahrelange Lobbypolitik in der Autoindustrie haben Forschung und Zukunftsinvestitionen blockiert. Was haben unsere Politiker daraus gelernt? Nichts!
Rosi Schmidt, Gotha
Zum Beitrag „Ich verspreche euch, dass ich kämpfen werde“ vom 19. Februar über den an Krebs schwer erkrankten Ex-Fußballer und Trainer Heiko Weber:
Er ist eine echte Legende des Jenaer Fußballs! Die erste, sehr berührende Wortmeldung nach dem von verschiedenen Funktionären seines Heimatclubs FC Carl-Zeiss Jena initiierten Spendenaufruf für bevorstehende medizinische Spezialmaßnahmen hat auch mich völlig überrascht. Die breite Öffentlichkeit hat sich demnach schon daran rege beteiligt.
Auch interessant
Allerdings spürte man auch zwischen seinen Zeilen, dass ihm diese Aktion etwas unangenehm vorkam, weil leider auch viele andere Personen mit einer wesentlich geringeren Bekanntheit von dieser fürchterlichen Krankheit befallen sind.
Wer zum gleichen Thema in den verschiedensten Medien neben den meisten positiven Meinungen und Wünschen auch andere Beiträge verfolgt, bekommt leider gleichzeitig schnell mit, wie gespalten eigentlich unsere Gesellschaft ist! „Benno“ werden garantiert die teilweise persönlich erlebten, angenehmen Erinnerungen zahlreicher Leser aus seiner überaus erfolgreichen sportlichen Vergangenheit, besonders in diesen garantiert schwierigen Zeiten, gut tun!
Hans-Ullrich Klemm, Eisenach
Schreiben Sie uns gern Ihre Meinung
Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, Texte zu kürzen. Leserbriefe und auch Leserfotos senden Sie bitte per Mail an leserbriefe@thueringer-allgemeine.de unter Angabe des vollständigen Namens, der Anschrift und der Telefonnummer. Veröffentlicht werden davon nur Name und Ort. Leserbriefe sollten die Länge von 1400 Zeichen nicht überschreiten.






