Zur Diskussion um eine Altersbeschränkung für Soziale Medien:

Lernen wir eigentlich nie? Offenbar nicht. Beim Internet ist das „Kind“ längst ertrunken; mit Social Media lassen wir es ums Überleben strampeln – und bei KI schauen wir zu, wie es schon wieder am Brunnenrand balanciert. Wir wissen genau: Alles hat gute und schlechte Seiten, doch wir lassen erst einmal laufen – weil der „freie Markt“ es schon richten soll. Und weil wir selbst bequem sind, konditioniert auf Konsum und schnellen Vorteil. Erst wenn die Schäden sichtbar sind, werden plötzlich Verbote und Regeln diskutiert. Das ist ein bekanntes Muster: Profit – Empörung – Symbolpolitik. Der Markt regelt es eben nicht. Schon gar nicht Würde, Gesundheit oder Kinderschutz – er regelt zu seinen, nicht zu unseren Gunsten. Und seien wir ehrlich: Wenn Billig und Gewinn das Wichtigste sind – trotz Kinderarbeit, Ausbeutung und Umweltzerstörung –, dann schaut man am Ende auch bei anderem weg. Ohne überhaupt zu versuchen, die schlechten Seiten wenigstens einzudämmen.
Holger Jakob, Seebach

Zum Beitrag „Das Geheimnis einer guten Ehe“ vom 14. Februar:

Der Artikel hat das pure Entsetzen in uns ausgelöst. Wir fragen uns ernsthaft, was dieser Artikel bezweckt hat. Soll das die neue „Familienausrichtung“ sein? Egoismus pur! Wir sind 49 Jahre glücklich verheiratet, haben zwei Kinder und drei Enkelkinder, welche uns allesamt mit Stolz erfüllen. Nie im Leben haben wir unsere Kinder als Beziehungskiller gesehen. Im Gegenteil, gemeinsam sind wir als Familie gewachsen, haben uns ein schönes Heim geschaffen, uns um unsere Eltern gekümmert, die gemeinsamen Mahlzeiten, Urlaube genossen und sind über 40 Jahre verantwortungsbewusst unseren Jobs nachgegangen und selbst als Senioren noch im Ehrenamt tätig. 
Damit sind wir jedoch kein Einzelfall. In unserem Freundes- und Bekanntenkreis empfinden alle diesen Beitrag als einen Schlag ins Gesicht. Warum wurde dieser Artikel über eine bewusst kinderlose Familie aus Oberhausen ausgerechnet am Valentinstag gedruckt?! Und – wie war das noch mal mit der Rente? Sollen am Ende unsere Kinder die Rente für das Ehepaar Keiterling erarbeiten?
Carmen und Wolfgang Rödiger, Erfurt

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Zu einem Leserbrief vom 21. Februar zum Umgang mit jungen Sportlern:

Wir finden es sehr schade, dass so junge Sportler nach anfänglich guten Leistungen gleich als Medaillenfavoriten gehandelt und wenn es – natürlich – nicht klappt, Krankheiten verantwortlich gemacht werden. Zweifel gibt es dann auch an der medizinischen Betreuung. Wie kann ein Arzt zulassen, einen kranken Sportler starten zu lassen? Ein Infekt verschwindet nicht von heute auf morgen. Die Eltern hätten auch ihr Veto einlegen können, sie waren vor Ort. Die Niederlage wird nun auf seinem Rücken ausgetragen, wobei auch die Medien einen Anteil haben. Alles sehr schade.
Henry und Marion Lauterbach, Erfurt

Ebenfalls dazu:

Der Leserbrief spricht mir aus dem Herzen, aber das Ganze geht mir nicht weit genug. Finn Sonnekalb ist das jüngste „Opfer“ einer seit mehr als zehn Jahren gehenden Berichterstattung aller Medien im Umgang mit jungen, aufstrebenden, aber auch unerfahrenen Sportlern. Eine Spitzenleistung reicht aus, um bei EM, WM oder OS ein „sicherer Medaillengewinner“ zu sein. Ich kenne kein Beispiel, wo das geklappt hat. Dem Druck, der über die Medien aufgebaut wird, ist man im Jugendbereich nicht gewachsen. Die Leistungsfähigkeit des deutschen Hochleistungssports geht seit vielen Jahren stark zurück. Einstige Vorzeigesportarten verschwinden in der Versenkung. Wenn die jetzige Berichterstattung so weiter geht, kommt keiner mehr oben an. 
Henry Lauterbach, Erfurt

Weitere Lesermeinungen

Zum Beitrag „Rote Linie“ vom 14. Februar:

Wieder wird Angst vor der blauen Partei geschürt. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Die Regierungsparteien sollten darauf schauen, was der Grund für den Zulauf der AfD ist. Das angestrebte Parteiverbot ist im Grunde ein Eingeständnis des eigenen Unvermögens. Die Bürger im Land haben ganz andere Ängste. Die steigende Arbeitslosigkeit und die verfehlte Energiepolitik zeigen genau in diese Richtung.

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Daseinsfürsorge ist die vornehmliche Aufgabe der Regierung. Was passiert, wenn wegen verfehlter Energiepolitik die Energieversorgung im Land zusammenbricht? Kein Strom, keine Wärme, kein Wasser, Zusammenbruch der Lieferketten, Beeinträchtigung medizinischer Dienstleistungen, Zusammenbruch der Infrastruktur, wirtschaftlicher Zusammenbruch, Plünderungen, ganz zu schweigen vom Verlust der Arbeitsplätze. Das macht Angst, und diese Angst wird ignoriert bzw. durch das Schüren von Angst vor einer Partei in den Hintergrund gedrängt. Es wäre alles ganz einfach: Eine gute Politik machen, den Fokus auf Wirtschaft, Bildung, Gesundheitswesen, Bürokratieabbau, Infrastruktur und Pflege legen, und das Problem erledigt sich von selbst.
Maria Neumann, Erfurt

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