Großbritannien

Rishi Sunak: Warum der neue Premier schnell scheitern kann

Michael Backfisch
| Lesedauer: 2 Minuten
Rishi Sunak: Das ist Englands Premierminister

Rishi Sunak: Das ist Englands Premierminister

Wir stellen den neuen Premierminister Englands vor.

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Berlin.  Der neue Regierungschef Rishi Sunak bekommt nur eine kurze Schonfrist. Das Land steckt in der Krise, seine Partei ist tief gespalten.

Kehrt im britischen Tollhaus jetzt endlich Ruhe ein? Auf den ersten Blick ja. Nach den Chaostagen von London mit dem Blitz-Rücktritt von Premierministerin Liz Truss stehen die Zeichen zumindest auf etwas mehr Ruhe. Rishi Sunak, der neue Mann in 10 Downing Street, kann immerhin von sich behaupten, die finanzpolitische Crash-Nummer seiner Vorgängerin exakt vorausgesagt zu haben.

Truss‘ ideologische Irrfahrt von Steuersenkungen auf Pump führe das Land in die Mega-Krise, hatte er gewarnt. So kam’s denn auch: Die Märkte spielten verrückt, das Pfund sackte ins Bodenlose. Sunak gilt nun als der Besonnene, auf den man besser hätte hören sollen.

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Immerhin hat der Vabanque-Spieler und Hasardeur Boris Johnson seine Kandidatur im letzten Moment zurückgezogen. Seine Fans bleiben ihm treu, aber er kann weder die Konservative Partei noch das Land einen.

Dadurch bleibt den Menschen Großbritanniens eine weitere Amtszeit mit clowneskem Populismus, Skandalen und Lügen erspart. Dass sich Johnson plötzlich vom Saulus zum Paulus gewandelt hat, ist aber unwahrscheinlich. Er wartet auf seine Chance („Hasta la vista, baby“), sollte Sunak scheitern.

Der neue Premier geht mit Vorschusslorbeeren ins Amt. Doch er hat nur eine kurze Schonfrist. Die alten Probleme nimmt er mit. Die Tories sind tief gespalten.

Der radikale Brexitflügel fordert klare Kante gegen die EU und einen Riegel gegen weitere Migration. Sunak muss beweisen, dass er bei dem Thema, das allen Briten unter den Nägeln brennt, Lösungen parat hat: steigende Inflation und hohe Energiepreise. Wenn er das nicht schafft, stehen dem Land neue Turbulenzen bevor. Spätestens dann sind Neuwahlen unausweichlich.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.