Eichsfeld. Die energetische Entwicklung im Kirchenkreis soll vorangebracht werden. Das gab es Neues bei der Synode:

Die Mitglieder des Südharzer Kirchenparlaments kamen jetzt zu ihrer Synode zusammen. Und die stand unter der großen Überschrift „Energie“. Ort und Thema passen perfekt zum aktuellen Projekt der Bleicheröder Gemeinde, sagt die Sprecherin des Kirchenkreises, Regina Englert. Christoph Maletz stellt das Konzept des Bundeswirtschaftsministeriums „Energieeffiziente Temperierung in Kirchen“ vor.

Als eine von nur sieben ausgewählten Gemeinden bundesweit ist die St.-Marien-Kirche in Bleicherode unter den Teilnehmern. Die neuen mobilen Sitzheizkissen wärmten die Synodalen und Gäste bereits. „Doch es steckt noch viel mehr dahinter“, erklärt Regina Englert. Das Gesamtkonzept sei dreigeteilt. Stufe eins mit der Installation umfangreicher Lüftungssysteme sei bereits abgeschlossen. Das Raumklima habe sich für Menschen und Orgel spürbar verbessert.

Stufe zwei beinhaltet laut der Sprecherin die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Pfarrhausdach. Und in Phase drei ersetze eine Wärmepumpenheizung die alte Gasheizung. In Belastungsspitzen soll eine kleine Gasheizung unterstützen, ergänzt durch den Solarstrom. „An dieser Projektierung wird gerade gearbeitet“, berichtet Christoph Maletz.

Nach dem Umzug ins St.-Marien-Hospital soll das Thema gedanklich auf den Kirchenkreis ausgeweitet werden. „Wir glauben an den Schöpfer dieser großartigen Schöpfung. Wir sind beauftragt, sie zu bewahren“, betont Pfarrer Hauke Meinhold nachdrücklich. Die Frage sei, was helfe von der Absicht zum Handeln zu kommen. Der Kirchenkreis Südharz will sich auf den Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung machen, so Regina Englert.

Energieversorgung in eigene Hände nehmen

Dazu müssen die kirchlichen Gebäude näher betrachtet werden. Pascal Leibbrandt, Wissenschaftler an der Hochschule Nordhausen, stellte bei der Synode eine mögliche Energiesystemmodellierung vor. Im Rahmen dieses Leistungspaketes werden Referenzgebäude ausgewählt und angeschaut. Zukünftig wären sie die Planungsgrundlage für vergleichbare Bauwerke. Ausgewertet werden dazu beispielsweise der bauliche Zustand, Gebäudestandort, -ausrichtung und -nutzung, vorhandene Heizsysteme, Energieverbrauch und das Potenzial, erneuerbare Energien einzusetzen.

Wie dies später in der konkreten Umsetzung vor Ort aussehen könnte, zeigten Claus Müller und Rainer Große von der Energiegenossenschaft Helmetal eG an einigen Beispielen. „Die Genossenschaft bietet die Möglichkeit, die Energieversorgung in die eigenen Hände zu nehmen“, so Regina Englert.

Nach all diesen Informationen haben die Synodalen Diskussionsbedarf. Es folgt der Beschluss, dass sich der Kirchenkreis Südharz auf den Weg macht, klimaneutral zu werden. Das bereits in Arbeit befindliche Gebäudekonzept dient dafür als Grundlage. Der Kreiskirchenrat soll nun das Angebot der Hochschule prüfen, um eine Zusammenarbeit vorzubereiten. „Dieser heutige Beschluss soll den Weg markieren, den wir gehen wollen“, bekräftigt Superintendent Andreas Schwarze.

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