Katzhütter wollen als mittelthüringisch betrachtet werden

Katzhütte.  Bürgerinitiative Oberes Schwarzatal gibt Stellungnahme im Anhörungsverfahren an und ermuntert Gemeinderat vergeblich, es ihr nachzutun

So wie hier in den letzten Jahren noch Umleitungskonfusion herrschte, bleibt Katzhütte hinsichtlich seiner kommunalen Zukunft auch weiterhin zerrissen

So wie hier in den letzten Jahren noch Umleitungskonfusion herrschte, bleibt Katzhütte hinsichtlich seiner kommunalen Zukunft auch weiterhin zerrissen

Foto: Henry Trefz

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Die südwestlichste Gemeinde des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt ist wie der ganze Landkreis ein Teil von Ostthüringen. Wegen seiner Randlage - Teile der Gemarkung liegen sogar weiter westlich als etwa der Erfurter Dom - grenzt das Gebiet aber an die Planungsregion Mittelthüringen und ist als solche auch formell beteiligt, an der Fortschreibung des dortigen Raumordnungsplanes für den aktuell die Anhörungen laufen.“Wir sollten als Gemeinde eigentlich eine Meinung dazu haben”, forderte Gemeinderatsmitglied Martina Walther zuletzt im Gemeinderat. Dass sie sich mit diesem Vorschlag auf einer eigens anberaumten Sondersitzung nicht durchsetzen konnte, heißt aber nicht, dass es nun gar keine Reaktion aus Katzhütte gibt. Martina Walther informierte, dass die Bürgerinitiative Oberes Schwarzatal - die sich für einen politischen Wechsel der Gemeinde Katzhütte in Richtung Ilm-Kreis und damit eine Aufgabe der Eigenständigkeit und Angliederung an die Landgemeinde Großbreitenbach im Ilm-Kreis einsetzt - dies getan habe.

In der Stellungnahme wird deutlich, dass vor allem die BI den Kampf um den Wechsel gegen Westen und die Aufgabe der Eigenständigkeit keineswegs für so erledigt hält, wie dies angesichts der Routinearbeit im Gemeinderat aktuell den Anschein hat.

So erinnert die BI daran, dass es seit demnächst zwei Jahren eine unverändert geltende Beschlusslage des Gemeinderates gibt, Teil der Landgemeinde Großbreitenbach werden zu wollen, was 20 Tage später auch so beantragt worden sei. Auch der Bürgerentscheid sei knapp für Großbreitenbach ausgegangen, gegen die Beanstandung und Ungültigerklärung des Entscheids durch die Kommunalaufsicht laufe eine Klage der Gemeinde, die, so die Überzeugung der BI, “vermutlich erfolgreich sein wird”.Man sei daher der Meinung, dass im Regionalplan Mittelthüringen der voraussichtliche Wechsel der Gemeinde Katzhütte in den llm-Kreis berücksichtigt werden sollte. Das gleiche treffe auf die Gemeinde Goldisthal zu. Wegen der räumlichen Nähe zu Katzhütte und der traditionellen Verbundenheit der Bürger werde auch Goldisthal - aktuell ist die Stadt Neuhaus erfüllende Gemeinde - in den llm-Kreis wechseln, was bisher nur durch das Fehlen einer gemeinsamen Gemarkungsgrenze (dazwischen liegt Katzhütte) verhindert worden sei.

Mit dieser Zukunftsannahme sieht die BI für Katzhütte außerdem Aufmerksamkeitsbedarf im Straßenverkehrsnetz: So seien die Katzhütte tangierenden Landesstraßen zwischen den Mittelzentren Neuhaus und Ilmenau schon 2015 stark belastet und würden dies durch den Ausbau von Gewerbegebieten in Großbreitenbach aktuell und in Zukunft auch weiter sein.

Buslinie Ilmenau - Neuhaus soll wiederkehren

Aber auch beim derzeit wieder höher gewichteten öffentlichen Personennahverkehr fordert Katzhütte eine Neubetonung der Verbindung zwischen Ilmenau und Neuhaus. Dem hier traditionell bestehenden Bedarf, der nur durch Kirchturmdenken der Landkreise behindert werde, müsse wieder berücksichtigt werden. Die Verbindung ermögliche nicht nur den Anschluss der Region an die geplanten, schnellen Zugverbindungen von Ilmenau nach Erfurt, sie erzeugt auch den Vorteil einer - zukünftigen innergemeindlichen - Verbindung von Katzhütte nach Großbreitenbach.

Zugleich, so betont die BI, werde mit einer leistungsstarken Buslinie auch die Anbindung des Grundzentrums Großbreitenbach an die Schwarzatalbahn und so deren künftig verbesserte Auslastung erreicht. Auch die Wiederbelebung des von der Deutschen Bahn nach der Wende aufgegeben Güterverkehrs und damit die Wiederbelebung der Brache des Katzhütter Güterbahnhofs hält die BI für durchaus geboten, stünden doch mit Wiegand-Glas in Großbreitenbach, Rißland-Kunststoffe in Katzhütte und dem Sägewerk in Schwarzmühle potenziell relevante Kunden dafür bereit. Auch beim Thema Gesundheitseinrichtungen richtet die BI das Augenmerk der Mittelthüringer Regionalplaner auf Katzhütte. Hier sei nicht nur das Schwarzatal-Hospiz entstanden, dessen Einzugsbereich deutlich über Ostthüringen hinausreicht, sondern werde das gegenüber liegende Schwarzatal-Ambulatorium auch von Großbreitenbachern in relevanter Anzahl genutzt.

Mancher Großbreitenbacher hätte gern Schwarzmühle mit dazu

Die Stellungnahme der BI findet ihr Gegenstück in der Landgemeinde Großbreitenbach. Dort hat Steffen Bräutigam, im Vorjahr als Bürgermeisterkandidat im ersten Wahlgang mit 6,8 Prozent der Stimmen wenig chancenreich, mit seiner Initiative auf sich aufmerksam gemacht, die in weiten Teilen die Argumentation der BI aus Katzhütte gemein hat. Für spezielles Aufsehen hat allerdings gesorgt, das die auf der Webseite www.grossbreitenbach.de niedergelegte Analyse den Anschluss von Schwarzmühle an die Landgemeinde Großbreitenbach fordert. Konkretes Argument: Die Gemarkungsgrenze von Böhlen (jetzt zur Großbreitenbach gehörig) beginne gleich hinter den letzten Häusern...

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