Kritik an Amazon-Zustellung im Ilm-Kreis

Ilm-Kreis.  Aufgrund steigender Nachfrage hat Amazon einen eigenen Paketdienst. Die Lieferungen werden durch Subunternehmer verteilt.

Ein Transporter mit der Aufschrift einer Autovermietung steht in der Arnstädter Lindenallee. Solche Fahrzeuge sind auch im Auftrag von Subunternehmen unterwegs, die Pakete für Amazon ausliefern. 

Ein Transporter mit der Aufschrift einer Autovermietung steht in der Arnstädter Lindenallee. Solche Fahrzeuge sind auch im Auftrag von Subunternehmen unterwegs, die Pakete für Amazon ausliefern. 

Foto: Ralf Ehrlich

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Wer in letzter Zeit im Internet bestellt hat, dem wird es aufgefallen sein. Die Lieferungen von Amazon, dem Marktführer im Internethandel, kommen nicht nur mit bekannten Lieferdiensten, wie DHL, Hermes oder GLS. An den Lieferfahrzeugen im Raum Arnstadt steht beispielsweise der Name einer Autovermietung. Nichts weist auf den Lieferdienst hin. Wie Leser berichten, haben die neuen Zusteller Probleme mit der deutschen Sprache und scheinen aus Osteuropa zu stammen. Auch gibt es Berichte, wonach Sendungen auf dem Grundstück abgelegt werden, obwohl es keine Absprache gab oder beim Nachbarn abgegeben werden, weil es offenbar Schwierigkeiten beim Lesen der Namen gibt.

Das kann Amazon nicht bestätigen. Ohne eine konkrete Sendungsverfolgungs-Nummer könne nicht gesagt werden, ob die Pakete tatsächlich von Amazon ausgeliefert wurden, heißt es auf Anfrage. Dass es aber Änderungen bei der Zustellung gibt, bestätigt aber eine Sprecherin von Amazon. „Seit September 2019 betreiben wir eigenes Verteilzentrum in Erfurt“, sagt Nadiya Lubnina. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Amazon Prime benötige Amazon mehr Kapazitäten und Flexibilität für Lieferungen am Tag der Bestellung oder einen Tag später. Dafür habe man die Firma Amazon Logistics gegründet.

Amazon arbeite wie ein regulärer Paketdienst und ergänze die Kapazitäten von bestehenden Partnern, wie beispielsweise DHL oder Hermes. Dafür arbeite der Internethändler mit mittelständischen unabhängigen Lieferunternehmen zusammen. Die lokalen und regionalen Lieferpartner würden Arbeitsplätze für viele Hundert Menschen bieten. „Diese Unternehmen sind verpflichtet, sich an die geltenden Gesetze und den Verhaltenskodex für Amazon Lieferanten zu halten, der Schwerpunkt auf faire Löhne, Sozialleistungen, angemessene Arbeitszeiten und Vergütung legt“, so die Unternehmenssprecherin weiter.

Im Bereich Kurier- Express-, Paketdienste finden Prüfungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit statt. So seien seit Februar 2019 im Bereich Suhl zehn Prüfungen von Arbeitgebern durchgeführt worden. Dabei habe es acht Prüfungen ohne Beanstandungen gegeben. Im Bereich Erfurt habe man zwölf Prüfungen durchgeführt. Hinweise auf Unregelmäßigkeiten hätten sich nicht ergeben, heißt es beim Hauptzollamt Erfurt weiter.

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