Meine Meinung: Eine Frage der Existenz

Henry Trefz über das Selbstverständnis einer Region als Touristengegend

 Henry Trefz

 Henry Trefz

Foto: Alexander Volkmann

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Es soll Menschen geben, die scheren sich nicht um Gemütslagen und sagen ganz unverblümt: Das Schwarzatal ist wunderschöne Natur. Um es zu Fuß oder auf Rädern zu entdecken, bedarf es zwar Straßen, aber nicht zwingend einer klassischen touristischen Infrastruktur. Der Grand Canyon hat auch nur sehr wenige Verpflegungspunkte, was seiner Attraktivität keinen Abbruch tut. Und wenn man einmal in der Wunde bohrt: Die Menschen, die hier wohnen und notgedrungen schon weit öfter mit anderen Berufen als solchem im Tourismus ihr Brot verdienen als umgekehrt, werden für den nüchternen Eigenbedarf eine Schmalband-Gastronomie am Leben erhalten.

Insoweit ist es ein Scheideweg: Ausflügler können in Zukunft im Wildnis-Modus das Tal besuchen, ohne mehr zu hinterlassen, als etwas Reifen- oder Schuhsohlenabrieb. Und die Einheimischen bald das Ende mit Schrecken besiegeln als mit den heldenhaft-einsamen Tourismusleuchttürmen die klammen Geldbeutel zu teilen.

Oder aber, die Zeichensetzer obsiegen: Gastronomie mag irgendwie Infrastruktur-Anspruch sein, wie Licht, Wasser, Strom und Straßen, doch im Gegensatz zu ersteren braucht sie zeitige Pflege. Schon einige Wochen stramme Abstinenz führen zum gleichen Ergebnis wie die Stiefmütterlichkeit bei Zimmerpflanzen. Buchstäblich wir alle entscheiden, wie es weitergeht. Holen wir die Gießkanne aus dem Fensterbrett und schauen, was zu retten ist!

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