FCC-Trainer Schmitt nimmt Mannschaft in die Pflicht – Stürmer Pintol offenbar kein Thema

Jena.  Im Kräftemessen der Kellerkinder steht Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena bei Großaspach unter Zugzwang.

Jenas Trainer Rico Schmitt nimmt seine Mannschaft in die Pflicht.

Jenas Trainer Rico Schmitt nimmt seine Mannschaft in die Pflicht.

Foto: Tino Zippel

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Zwei Spiele, zwei Chancen, zweimal in der Pflicht, diese auch zu nutzen: Der FC Carl Zeiss Jena steht zum Jahresende unter Zugzwang, mehr noch als vielleicht vor anderthalb Monaten. Der Rückstand auf das rettende Ufer der dritten Liga ist mit zwölf Zählern zwar nahezu genauso weit weg wie zuvor. Die Zeit aber rennt. Die Hinrunde endet für den Letzten mit der Partie in Großaspach (Sonntag, 13 Uhr).

Womöglich hätte Rico Schmitt vor ein paar Wochen noch vom Gewinnen wollen gesprochen. Inzwischen ist für den Trainer in der Formulierung ein Gewinnen müssen geworden, wollen er und seine Jenaer nicht vor der Pause die Hoffnung begraben, den Rückstand wettmachen zu können. Ein Remis wie vor Jahresfrist in Großaspach wäre dem 51-jährigen am Sonntag zu wenig. „Ein Punkt ist immer gut. Aber du musst gewinnen“, machte Jenas Coach vorm Duell beim Drittletzten unmissverständlich klar.

Ehe es am 22. Dezember noch zum Zweiten Ingolstadt (14 Uhr) geht, besitzt das Kräftemessen der Kellerkinder schicksalhafte Bedeutung. Erst recht auch, weil es in dem Spiel auch darum geht, nach vielen bitteren Momenten die Psyche zu stärken und die Hinrunde mit einem Erfolgserlebnis abzuschließen.

Die Entspannung der personellen Lage nährt Zuversicht. Er könne fast aus dem Vollen schöpfen, berichtet der Trainer. Jannis Kübler und Marius Grösch haben bereits voriges Wochenende in der zweiten Mannschaft gespielt. Womöglich kommen sie am Sonntag zum Einsatz. Kapitän Dominic Volkmer kehrt nach Gelbsperre zurück.

Die Großaspacher scheinen den Jenaern zu liegen. In bisher vier Partien sind die Thüringer nach drei Unentschieden und einem 3:2 ungeschlagen. Darauf gibt Schmitt wenig. Er streicht die Spielstärke der Mannschaft von Trainer Oliver Zapel heraus. Und er weiß: Auch für die SG Sonnenhof gibt es keine Alternative zu drei Punkten.

Nicht zuletzt wegen der Bedeutung eines Erfolgserlebnisses trauern Schmitt und sein Team der vertanen Chance gegen Unterhaching nach. Statt an den Erfolg bei Bayern München II (3:2) anzuknüpfen, erlitten die Hoffnungen beim 0:3 einen Dämpfer. Schmitt spricht im Nachgang von einer doppelt bitteren Niederlage. „In einer anderen Konstellation tun ein, zwei Niederlagen nicht ganz so weh“, sagt er im Rückblick und attestierte seiner Elf eine sehr ordentliche Leistung. Eine, für die sie sich nicht belohnte. „Eine mäßige Leistung hat Unterhaching gereicht, um zu gewinnen.“

Das Duell steht für den Coach exemplarisch fürs Missverhältnis zwischen Aufwand und Nutzen. „Die Leistungen sind ordentlich. Aber das Ergebnis kann aktuell nicht immer daran gekoppelt werden“, erklärte er mit Blick zu einer ähnlich wie gegen Unterhaching verlaufenen Partie gegen Halle (0:3).

Der Coach meidet es bewusst, Bilanz zu ziehen. Gerade mal 17 Tore zeigen an, dass es in der Offensive wie Großaspach mit 19 Treffern an Durchschlagskraft fehlt. Dennoch scheint der vertragsfreie Stürmer Benjamin Pintol, der schon unter Schmitt spielte, kein Thema zu sein. „Wir haben uns mit der Personalie nicht beschäftigt“, sagt jedenfalls Geschäftsführer Chris Förster.

Ein Aufwärtstrend zeichnet sich unterdessen beim Letzten ab. „Es ist ein gewisser Respekt, den sich die Mannschaft erarbeitet hat“, bescheinigt ihr Rico Schmitt. „Mehr aber auch nicht. Wir sind nach wie vor Punktelieferant. Das müssen wir umdrehen.“ Dafür braucht es bei Großaspach eine Top-Leistung.

Großaspach – Jena, Sonntag, 13 Uhr

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