Trotz eines Dämpfers bleibt der Mosbacher SV 1911 klar auf Meisterkurs in der Fußball-Kreisoberliga Westthüringen. Das torlose Remis im vorgezogenen Spiel beim Tabellenletzten FC Schweina-Gumpelstadt II war zwar ein kleiner Ausrutscher, aber der Vorsprung auf die Konkurrenz wuchs auf komfortable zehn Punkte an.

Trainer Deubner: „Uns hat die Lockerheit gefehlt“

„In der anfänglichen Druckphase haben wir es nicht hinbekommen, in Führung zu gehen. Danach hat uns die Lockerheit gefehlt“, ordnete Trainer René Deubner die Partie ein. Favorit Mosbach hatte deutlich mehr Ballbesitz, fand gegen tief stehende und diszipliniert verteidigende Gastgeber jedoch kaum Lösungen. Zwingende Chancen blieben Mangelware, während Schweina seinerseits mit vereinzelten Kontern sogar für Gefahr sorgte.

Mannschaftsreise nach Mallorca ist schon lange terminiert

Brisant wird das Ergebnis vor allem im Kontext des Spielplans. Nach der Spieltags-Generalabsage durch den KFA Westthüringen wurde die Saison um eine Woche verlängert. Der finale Spieltag rutschte auf den 20. Juni. Da war eigentlich die Partie bei Schweina II geplant. Ein Termin, der den Mosbachern organisatorisch erhebliche Probleme bereitet hätte. „Die Mannschaft hat schon länger die Saisonabschlussreise nach Mallorca gebucht, außerdem sind drei Spieler bei einer Kirmes im Einsatz“, erklärt Deubner. Hinter vorgehaltener Hand gilt die Reise längst als geplante Meisterfeier.

Fußball
Mosbachs Trainer René Deubner pusht sein Team. Er hofft, dass das 0:0 beim Letzten ein Wachrüttler war. © Mike El Antaki

Der verpasste Sieg in Gumpelstadt verschiebt die rechnerische Entscheidung jedoch. Statt eines möglichen ersten Matchballs im Derby gegen SG EFC Ruhla/FSV Wutha-Farnroda (Freitag, 29. Mai, 18. Uhr) fehlen nun noch vier Punkte zur sicheren Meisterschaft – unabhängig von den Ergebnissen des Verfolgers VfB Vacha. Sollte der frischgebackene Kreispokalsieger Vacha am Freitag gegen die SG Marksuhl gewinnen, könnte Mosbach frühestens am Sonntag (31. Mai) im Spiel bei der SG Hötzelsroda alles klarmachen.

Auch interessant

Doch ein – wenn auch unwahrscheinliches – Szenario verleiht der Situation zusätzliche Würze: Sollte Mosbach aus den verbleibenden vier Partien nur noch maximal drei Punkte holen, böte sich Vacha bei einer Siegesserie noch die Chance, vorbeizuziehen. Es könnte somit passieren, dass die von Roda und Co als Tabellenführer ihre Saisonabschlussreise antreten und am Strand zitternd verfolgen, wie der finale Spieltag läuft. Vacha empfängt dann Wacker Gotha II.

War die Nullnummer ein Wachrüttler für den Primus?

Deubner beschäftigt sich jedoch nicht mit solchen Gedankenspielen. „Wir hatten öfter solche Phasen in der Saison, in denen wir einen Wachrüttler gebraucht haben. Ich denke, Schweina war so ein Moment.“ Tatsächlich passt das Remis in das Bild einer Mannschaft, die sich über Monate hinweg durch Konstanz ausgezeichnet hat und gelegentliche Dellen bislang stets zu korrigieren wusste. „Außerdem“, so ergänzt Deubner, „hat auch Vacha seine letzten fünf Spiele noch nicht gewonnen.“

So bleibt zwar ein Hauch Spannung, aber zugleich das Gefühl, dass der Titelgewinn des MSV eher vertagt als gefährdet ist. Wenn Mosbach seine Hausaufgaben erledigt, kann der Saisonhöhepunkt dorthin verlagert werden, wo er intern ohnehin geplant ist: auf die sonnige Baleareninsel.