Auch dieses Jahr sind viele Frauen und Männer gestorben, deren Tod Lücken gerissen hat, deren Lebensleistungen aber im Kreis Nordhausen in guter Erinnerung bleiben. Einige verdienstvolle Menschen, von denen wir Abschied nehmen mussten, möchten wir hier stellvertretend für alle nennen.
Uwe Schaumann (gestorben am 3. Februar im Alter von 64 Jahren)

Er ist ein Macher voller Tatendrang. Ein Gastronom, der gestaltet und verbessert. Die „Schöne Aussicht“ in Nordhausen bewahrt er vor dem Dahinsiechen. Netzkater ist dank ihm wieder ein Ausflugsziel. Sein Elan scheint grenzenlos, seine Ideen sprudeln, seine Visionen versiegen nicht. Er hat noch so viel vor. Nur sein Körper will nicht mehr. Der Tod reißt ihn aus einem aktiven Leben. Viel zu früh.
Andreas Wieninger (gestorben am 23. Juni im Alter von 65 Jahren)

Engagiert, zielstrebig, aufrichtig – so kennen ihn die Nordhäuser. Mit Leib und Seele ist er Bahner, Gewerkschafter und Lokalpolitiker. Meinungsstark, aber nie engstirnig. Er besitzt die Fähigkeit zum kultivierten Streit. Ein Vierteljahrhundert (von Juni 1999 bis Ende Mai 2024) verstärkt er die Reihen der Sozialdemokraten im Stadtrat. Von 2004 bis 2019 ist er deren Fraktionschef. Stadtentwicklung und Nahverkehr liegen ihm besonders am Herzen. Seinen letzten Kampf verliert er nach schwerer Krankheit.
Götz Ehrhardt (gestorben am 26. Juli im Alter von 85 Jahren)

Er ist ein Menschenfreund, ein Demokrat, ein Theaterförderer – immer großherzig und pflichtbewusst. Ab 1982 verstärkt er das Krankenhaus in Nordhausen. Als er sich im August 2006 in den Ruhestand verabschiedet, verlässt er das Südharz-Klinikum als dienstältester Chefarzt. Aktiv bleibt er auch als Rentner. Von seinem Engagement profitieren der Lions-Club und vor allem der Theater-Förderverein.
Winfried Wehrhan (gestorben am 8. September im Alter von 78 Jahren)

Freunde wissen, wie liebenswert und zuverlässig er ist. Sein Herz schlägt für die Stadt. Er ist ein Mann mit vielen Talenten, singt im Konzertchor, schauspielert mit den Silberdisteln, ist als Nachtwächter ein Ereignis. Von Anfang an (1995) prägt er die Nordhäuser Stadt- und Gästeführergilde, ist ihr langjähriger Gildemeister. Zahllose Besucher erleben mit ihm die spannende Stadtgeschichte. Jetzt fehlt er vielen – nicht nur seinen drei Söhnen.
Michael Seifert (gestorben am 18. September im Alter von 60 Jahren)

Schachtbau hat ihm viel zu verdanken. Als Mensch und als Chef prägt er das Unternehmen. Voller Leidenschaft erfüllt er seinen Beruf als Bergingenieur. Er ist ein Geschäftsführer, der Probleme meistert, Mitarbeiter motivieren kann und immer mit Engagement vorangeht. Nicht nur sein Einsatz ist herausragend, auch sein Charakter. Fast drei Jahrzehnte arbeitet er für Schachtbau. Seine Nordhäuser Wegbegleiter schätzen ihn sehr. Er bleibt allen in bester Erinnerung.
Jost Brendemühl (gestorben am 20. September im Alter von 70 Jahren)

Zwei Tage vor seinem 71. Geburtstag hört sein Herz auf zu schlagen. Der Südharz verliert einen Künstler. Als Freischaffender ist er vielen Nordhäusern gut bekannt. Er experimentiert gern, malt abstrakt wie gegenständlich. Seine Stadtansichten sind beliebt. Ehemalige Schüler erinnern sich gern an ihn. Als Kunstlehrer unterrichtet er unter anderem an der Pro-Vita-Akademie und an der Kreisvolkshochschule.
Ehrhart Neubert (gestorben am 17. November im Alter von 84 Jahren)

Sein Gehen ist ein großer Verlust für den Südharz. Er fehlt jetzt als Mensch in Familie und Freundeskreis, aber auch als Zeitzeuge der friedlichen Revolution. Seit den 1980er-Jahren engagiert er sich in der DDR-Opposition, zählt im Oktober 1989 zu den Mitbegründern des Demokratischen Aufbruchs. Die Südharzer kennen ihn ebenso als umsichtigen Pfarrer, der auch im Ruhestand in Limlingerode ruhelos bleibt. Ihm gelingt es, die Herzen der Menschen über die Kirchenmauern hinaus zu erreichen. Er predigt nicht nur, ist auch bei Kirchensanierungen eine treibende Kraft.
Gisela Rauschhofer (gestorben am 30. November im Alter von 89 Jahren)

Die Nordhäuser Hochschule hat ihre Gründungsrektorin verloren. Mit all ihrem Wissen und Können baut sie am Weinberg ab 1997 die Fachhochschule auf, behauptet sich in einer Männerdomäne. Sie meistert den Start bravourös, obwohl es anfangs nicht viel mehr als eine Immobilie gibt. Sie packt die Chance beim Schopfe, hier eine moderne, schlanke und flexible Organisationsstruktur zu schaffen. Sie braucht weniger als ein Jahr bis zur Aufnahme des Studienbetriebs. Für ihre Lebensleistung in der Thüringer Hochschullandschaft erhält sie 2006 das Bundesverdienstkreuz.
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