Eine verschlafene Zauberfee, eine ausdrucksstarke Tanzgruppe und ein großes Aufgebot an Nachwuchsmusikern und -musikerinnen – das ist das Rezept für die Auftritte, die die Weimarer Stadtstreicher am Wochenende erfolgreich über die Bühne gebracht haben. Vor Publikum in Mellingen und Weimar präsentierten die Kinder und Jugendlichen ihr Winterprojekt, das sie unter Ensembleleiterin Judith Schulik eingeübt hatten. Belohnt wurden sie an beiden Tagen von großem Besucheransturm, sodass beide Konzerte keine Minute eher beginnen konnten, weil immer noch weitere Stühle gestellt werden mussten.

Stadtstreicher Mellingen
Ihren großen Auftritt hatten die Weimarer Stadtstreicher zunächst in der Mellinger Mehrzweckhalle.© Volker Groß | Volker Groß

Das Publikum erlebte ein märchenhaftes Programm. Die Prämisse: Aus unerklärlichen Gründen hat die Zuckerfee aus Tschaikowskis „Nussknacker“-Ballett Weihnachten verpasst und möchte noch schnell ihre drei Zauber-Haselnüsse samt Nussknacker verschenken. Da kommt ihr auf dem Pferdeschlitten Aschenbrödel entgegen. Und später wird durch die Zauberkraft auch noch die Titanic von dem Untergang bewahrt. Die bekannten Melodien aus diesen Geschichten spielten die Weimarer Stadtstreicher zunächst in der Mehrzweckhalle in Mellingen und schließlich noch im Forum Seebach.

Weimarer Stadtstreicher
Die Erfurter Gruppe "The Base" tanzte zur Musik der Stadtstreicher.© Volker Groß | Volker Groß

40 Musiker von neun bis 19 Jahre

In Mellingen unterstützten Jugendliche der Erfurter Tanzgruppe „The Base“ den Auftritt. Im Seebach-Stift waren die Augen allein auf die Stadtstreicher gerichtet. Das Ensemble setzt sich aus rund 40 Kindern und Jugendlichen zwischen neun und 19 Jahren zusammen. Die Jüngsten beginnen bei den kleinen Stadtstreichern, dann folgen Jugendorchester und Kammerorchester für die erfahreneren Musiker.

Weimarer Stadtstreicher
Kinder ab neun Jahren spielen in dem Streichorchester mit.© Volker Groß | Volker Groß

Über Monate haben die Stadtstreicher für ihr Winterprojekt mit Judith Schulik geübt. Ermöglicht haben die Auftritte zudem Angehörige und der Förderverein des Orchesters sowie Sponsoren. Der Lohn der Nachwuchsmusiker war der begeisterte Applaus des Publikums auf beiden Konzerte.

Bis zum Beginn des neuen Projekts soll die Pause diesmal etwas größer sein. Starttermin für die Proben ist der 24. April. Neue Mitspielerinnen und Mitspieler an Violine, Bratsche und Cello seien stets herzlich willkommen, teilen die Stadtstreicher mit. Nach vielen Jahren Orchester wurden zuletzt einige junge Musiker in Richtung Schulabschluss und Studium oder Lehre verabschiedet, sodass nunmehr auch dringend Nachfolger an Klavier und Kontrabass gesucht würden. Geprobt wird jeden Freitagnachmittag in Weimars Landenberger-Schule.

Alle Informationen für Interessierte unter weimarer-stadtstreicher.de

Noch mehr Kultur aus der Kulturstadt

red