Corina Engelhardt (Freie Wähler) möchte das Direktmandat im Wahlkreis 190 holen. Wir stellen die Direktkandidatinnen und Direktkandidaten in der Reihenfolge vor, wie deren Namen letztlich auch auf dem Stimmzettel stehen.

Was können Sie im Bundestag für Ihren Wahlkreis erreichen?

Die Bahnstrecke zwischen Großheringen und Straußfurt, bekannt als „Pfefferminzbahn“, wurde in Abschnitten für den öffentlichen Personennahverkehr abbestellt. Der gesamte Streckenabschnitt war ursprünglich bedeutend für die Städte zwischen Straußfurt und Großheringen. Nach einer damals rückläufigen Entwicklung der Industrie haben sich an den Standorten heute wieder neue Industrien angesiedelt. Selten haben diese Mitarbeitenden das Glück und können Wohnen und Arbeiten an einem Standort vereinen. Für die Pendler kann die Wiederinbetriebnahme der Pfefferminzbahn als öffentliches Nahverkehrsmittel eine große Entlastung sein. Nicht zuletzt wäre die Anbindung an das Schienennetz eine weitere Chance zur Mitarbeitergewinnung.

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Was ist das größte Problem in Ihrem Wahlkreis, und wie wollen Sie es lösen?

Jena ist eine aufstrebende Stadt. In der rasanten Entwicklung blieben jedoch die älteren und einkommensschwachen Bürger auf der Strecke. Der soziale Wohnungsbau ist voranzutreiben. Umliegende Ortschaften sind in der Bauplanung mit einzubinden und durch den öffentlichen Nahverkehr besser zu vernetzen. Die Wirtschaft und die Digitalisierung der verschiedenen Lebensbereiche brauchen eine stabile, kostengünstige und nachhaltige Energieversorgung. Dazu gehört auch die Ausweisung von Standorten für Windkraft- und Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen. Im Wahlkreis 190 wurden schon mehrere Flächen dafür, nicht ganz ohne Proteste, ausgewiesen. Wichtig für die Akzeptanz der notwendigen Anlagen ist neben der Information der Bürger auch die Suche nach raumverträglichen Standorten mit einer konzeptionellen Nutzung des produzierten Stromes. Standort, Leitungsführung, Abnehmer und Nutzungsmöglichkeiten sollten in die konzeptionelle Planung einfließen. Stillstand von Windrädern erzeugt berechtigt Unmut beim Bürger.

Sind Sie schon mal von einem ausländischen Arzt behandelt worden, und waren Sie an seiner Herkunft interessiert?

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Welchen Handwerker haben Sie zuletzt benötigt, und wie schnell ist er gekommen?

Im vergangenen Jahr habe ich einige Handwerker wegen größerer Renovierungsarbeiten benötigt. Für mich stellte sich nicht die Frage nach dem Termin. Die Hauptfrage war, was ist, wenn ich gleiche Leistungen in fünf Jahren benötige? Handwerker vor Ort unter 50 sind nicht allzu oft anzutreffen. Hier ist in der Ausbildung und Motivation für einen Handwerksberuf einiges über Jahre hinweg verpasst worden. Das Handwerk ist als ein wichtiger Bestandteil unserer Wirtschaft, wieder in den Fokus zu rücken. Informationsveranstaltungen, Schnuppertage und das Jobben in der Ferienzeit können dabei hilfreich sein. Hier gilt es, Jugendliche zu motivieren und auch kleinere Betriebe zu fördern.

Haben Sie einen Lieblingsort in der Region?

Unser Wahlkreis hat viele schöne Rad- und Wanderwege. Die Vernetzung von attraktiven Standorten mit wunderbaren Aussichten in unsere hügelige Landschaft – welche liebevoll als die „Toskana des Ostens“ bezeichnet wird, bietet kulturelle und landschaftlich wunderschöne Orte zum Verweilen. Es wäre vermessen von mir, einen als den Besonderen hervorzuheben. Jeder Landstrich hat seine liebenswerten Orte und ich bin auf meinen Rad- und Wandertouren immer wieder überrascht, was in unserer Heimat vieles zu entdecken gibt.

Wie oft nutzen Sie Bus und Bahn, und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Sobald mir die Möglichkeit gegeben ist, nutze ich gern die Bequemlichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs. Natürlich ärgern mich gelegentliche Verspätungen oder Schienenersatzverkehr. Aber auch mit dem Pkw kann ich etwa wegen eines Staus Verzögerungen in meiner Anreise haben. Traurig macht mich die Achtung mancher Mitreisender gegenüber der zur Verfügung gestellten Fahrmöglichkeit und dem Bahnpersonal. Die Deutsche Bahn startete einen WhatsApp-Reinigungsservice in 240 Bahnhöfen. Hier können Verschmutzungen per Smartphone gemeldet werden. Dies wäre ein guter Ansatz zum angenehmeren Reisen mit dem öffentlichen Nahverkehr und sollte auch in unserer Region ausgebaut werden.

red