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Rente im Ausland: Dieses Land lockt mit vielen Vorteilen

Jason Blaschke
| Lesedauer: 6 Minuten
Beliebte Reiseziele im Spätsommer

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Wenn die Hauptsaison sich dem Ende zuneigt, überlegen viele noch einmal im Spätsommer einen Urlaub zu machen. Das sind die besten Reiseziele für warmes Klima.

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Berlin  Die griechische Regierung will Rentnern ein Winter-Asyl schmackhaft machen – der Tourismusminister reiste zu Gesprächen nach Berlin.

  • In vielen Ländern steigen die Energiepreise drastisch an: Vor allem für Menschen mit einer niedrigen Rente kann das zum Problem werden
  • Griechenland lockt mit vielen Vorteilen und niedrigeren Preisen
  • Das Land bietet ein Winter-Asyl für Deutsche an

Lebensmittel, Kraftstoffe, Energie und ab Oktober auch noch die Gasumlage – die Verbraucher-Kosten in Deutschland explodieren. Und ein Ende der Energie- und Preiskrise scheint in weiter Ferne. Eine dramatische Entwicklung, welche auch die Rekord-Inflation von mehr als sieben Prozent in Deutschland widerspiegelt. Um die Folgen der Energiekrise zumindest ein wenig abzumildern, hat die Ampel-Koalition in Berlin mehrere Entlastungspakete beschlossen. Ab September kommt etwa die 300 Euro Energiepauschale für Erwerbstätige in Deutschland.

Tourismusminister wirbt für Winter-Asyl: "Warum nicht lieber in Griechenland sein?"

Seit 4. September ist klar, dass auch Rentner die Energiepauschale zum 1. Dezember bekommen sollen. Die großen Sozialverbände in Deutschland begrüßen die aus ihrer Sicht längst überfällige Entlastungsmaßnahme, mahnen jedoch, dass die Einmalzahlung von 300 Euro allein längst noch nicht ausreicht. "Die einmalige Entlastung reicht aber nicht aus. Das muss verstetigt werden", textet etwa Michaela Engelmeier – Vorstandsvorsitzende im Sozialverband (SoVD) Deutschland – auf ihrem privaten Twitter-Account. Ob uns hier vielleicht die Griechen helfen können?

Anlass für diese im ersten Moment skurril erscheinende Frage ist die Ankündigung des griechischen Tourismusministers Vassilis Kikilias, für deutsche Verbraucher ein Winter-Asyl in Griechenland noch attraktiver zu machen. "Warum nicht lieber in Griechenland sein und sein Leben genießen, anstatt zu Hause zu hocken und die Energierechnungen zu zahlen?", erklärte Kikilias gegenüber "Bild". Und es ist nicht das erste Mal, dass der Tourismusminister für sein Vorhaben kräftig die Werbetrommel rührt. Schon im Juli hatte Kikilias mit seinem Vorschlag für Aufsehen gesorgt.

Griechenland will Langzeit-Urlaub für Deutsche ab Herbst noch attraktiver machen

Kikilias im Juli: "Für Herbst und Winter wäre es für uns Griechen eine große Freude, deutsche Rentner zu begrüßen, die einen mediterranen Winter mit griechischer Gastfreundschaft, mildem Wetter und hochwertigen Dienstleistungen erleben möchten.“ Und weiter: "Wir werden hier auf Sie warten." Dass die Botschaft kein Scherz war, zeigt jetzt die Reise von Kikilias nach Berlin, wo er Berichten der BILD zufolge mit Reiseveranstaltern und Flugunternehmen ins Gespräch kommen will. In Athen offenbarte er noch, dass ein Winter-Asyl in der Ägäis noch attraktiver werden soll.

Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis wird Maßnahmen verkünden, welche es für deutsche Besucher noch attraktiver machen werden, den nächsten Winter in Griechenland zu verbringen. Was für Maßnahmen das genau sind, wollte Kikilias nicht verraten. Fest steht nur, dass es Mitte September soweit sein soll. In Griechenland überwintern und damit Energiekosten in Deutschland sparen? Was erst einmal abstrus klingt, könnte sich im Einzelfall tatsächlich rechnen. Denn neben wegfallenden Energiepreisen sind auch die Lebenshaltungskosten in Griechenland geringer.

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Winter-Asyl in Griechenland: Lohnt sich eine Flucht vor der Energiekrise finanziell?

Dass zumindest zeigt ein Preisvergleich einiger Alltags-Produkte zwischen Deutschland und Griechenland, über welchen das Nachrichtenportal BW24 berichtet. In Griechenland etwa kostet eine Tasse Kaffee rund 1,50 Euro, in Deutschland zahlt man im Schnitt etwa 3,30 Euro. Und auch Dienstleistungen schneiden im Vergleich zum Teil deutlich günstiger ab. So kostet ein Herren-Haarschnitt in Deutschland im Schnitt mittlerweile um die 17 Euro – in Griechenland zwischen acht und 10 Euro. Und auch Alltags-Lebensmittel sind im Schnitt teils günstiger zu bekommen:

Produkt & Preis (Ø) in Deutschland Preis (Ø) in Griechenland (EUR)
Bäckerbrot; 3,50 0,90
Markt-Kartoffeln (Kilo); 2,50 0,80
Markt-Tomaten (Kilo); 3,62 ab 0,70

Wer sich jedoch für ein Winter-Asyl in Griechenland begeistern kann, sollte unbedingt auch die Wohn-Kosten im Blick haben. Denn bloß, wenn man in Deutschland wirklich keine Mieter- oder Eigentümerkosten hat, kann sich ein Langzeit-Urlaub in der Energiekrise rentieren. Eine Möglichkeit ist etwa, seinen Wohnraum in der Zeit unterzuvermieten, was aber auch bloß dann möglich ist, wenn der Vermieter zustimmt, beziehungsweise sich überhaupt Untermieter für ein paar Monate finden. Vor einer solchen Entscheidung sollte man also unbedingt die Kosten gegenüberstellen.

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Verbraucher gehen auf Griechen-Angebot ein: "Wir bekommen E-Mails aus Deutschland"

Dennoch scheint das Interesse an einem Winter-Asyl in Griechenland bei einigen Deutschen geweckt zu sein. "Wir bekommen E-Mails aus Deutschland, auch die Hotels und Flugunternehmen", berichtet Kikilias. Hotels und Anbieter privater Unterkünfte in Griechenland würden zudem Sonderangebote gewähren. Fest steht auf jeden Fall, dass Griechenland seine Urlaubssaison verlängern wird. Kikilias im Bild-Interview: "In der südlichen Ägäis haben wir während kalten Monate 18-19 Grad. Die Leute gehen schwimmen. Auch ich gehe schwimmen."

Die Idee eines Winter-Asyl sei eine einzigartige Chance für beide Länder, aus der Krise und den Problemen eine Chance zu machen, ist sich Kikilias sicher. In Deutschland jedenfalls wurde der Tourismusminister freudig empfangen, wie die Bilder auf Twitter belegen. Offenbar sehen auch die deutschen Reiseveranstalter hier Potenzial – in einer Zeit, wo mit Blick auf die Energiekrise auch Urlaube immer teurer werden. Kikilias ist sich seiner Sache auf jeden Fall sicher: "Wir sind in der EU, wir sind vereint, und wir sollten einander helfen. In schwierigen Zeiten und während einer Krise sollten wir dafür entsprechende Wege finden."

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Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.