Die Arbeiten laufen Hochtouren. Während draußen die Bagger rollen, laufen im Inneren schon die Produktionsmaschinen. Bei CATL im Industriegebiet im Erfurter Kreuz steht der Endspurt an. Dieser wird durch die Übergabe der zweiten Teilgenehmigung für den Betrieb der Batteriefabrik eingeläutet. Das offizielle Schreiben überreichen Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne).

CATL-Europachef Matthias Zentgraf erinnert an den Spatenstich 2019, zweieinhalb Jahre später stehen sie an gleicher Stelle. Die Übergabe der zweiten Teilgenehmigung für den Betrieb der Batteriefabrik obliegen Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und Umweltministerin Anja Siegesmund. Damit kann der chinesische Batteriehersteller in den kommenden Monaten die Produktion auf eine Teilkapazität von 8 GWh pro Jahr hochfahren. Bis Jahresende soll die größte Fabrik für Lithium-Ionen-Zellen Europas für E-Mobilität ihre Produktion vollständig aufnehmen. Dabei laufen einige Maschinen schon auf Hochtouren, jene, die die Module herstellen. Noch wird CATL vom Mutterhaus in China mit Batteriezellen versorgt. Doch Ende des Jahres werden auch diese in Arnstadt hergestellt – von der Batteriezelle bis zum fertigen Modul.

Anja Siegesmund spricht von einem „Meilenstein“ und einer „neuen Ära der Mobilität.“ Denn „leise und abgasfrei“ sei die Zukunft und die Basis dafür komme aus der „grünen Mitte Deutschlands, aus Thüringen.“ Im vergangenen Jahr habe sich die Zahl der Elektrofahrzeuge um 60 Prozent erhöht. Damit einher gehe auch der Ausbau der E-Ladesäulen in den Wohngebieten, auf Supermarktparkplätzen und an den Arbeitsstellen. „Die Elektromobilität in Deutschland gewinnt aktuell immens an Fahrt. Mit der weiteren Abkehr von Öl und Gas wird sich dieser Trend weiter verstärken.“ Sie freue sich, dass binnen drei Jahren dieses Werk in Arnstadt entstanden sei. Es zeige, dass CATL „schnell und gründlich“ gearbeitet hätte. Das Unternehmen steckt in den Standort im Erfurter Kreuz 1,8 Milliarden Euro, sagt Siegesmund. Für die Produktion der Batterien der E-Fahrzeuge brauche es viel Energie und diese stelle das Unternehmen ebenfalls selbst her. „Wir haben die größte Photovoltaik-Anlage in Deutschland“, bestätigt Matthias Zentgraf. Es brauche solche „Unternehmen, die sich engagieren und bereits in der Produktion Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung berücksichtigen.“

Wolfgang Tiefensee geht zunächst auf die Anfänge ein, als er vor fünf Jahren nach China gereist ist. Denn der CATL-Gründer Robin Zeng sei von einer Niederlassung in Deutschland zunächst nicht begeistert. Denn hier seien Löhne, Steuern und Energieverbrauch zu hoch. Und doch können Tiefensee und Zentgraf den Gründer überzeugen, die Werke in Ostdeutschland, in Arnstadt zu errichten. Dabei betont er die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China, den Austausch und die Überwindung der unterschiedlichen Kulturen.

Derzeit arbeiten bei CATL im Erfurter Kreuz 173 Entsendungsmitarbeiter, die vorübergehend im Aufbau unterstützen und 353 lokal angestellte Mitarbeiter. Wenn die Produktion vollständig läuft werden bis zu 2000 Arbeitsplätze geschaffen.