Eichsfeld. Die Bemühungen um das Wohl eines bedrohten Bären gehen weiter. Ein neues, sichereres Gehege steht bereit, um einem Bären aus der Ukraine im Eichsfeld ein neues Zuhause zu bieten. Das ist die traurige Geschichte von Mykhailo:

Die Arbeiten im Worbiser Bärenpark sind an einem neuen Gehege so gut wie abgeschlossen. Nur noch der alte Holzzaun muss entfernt werden. In den vergangenen Wochen hat das Team des Eichsfelder Tierschutzprojektes ein neues bärensicheres Gehege errichtet. Der Grund ist schon länger bekannt, doch jetzt drängte die Zeit. Aus der Ukraine soll ein Bär gerettet werden.

Dabei handelt es sich um Braunbär Mykhailo. Sein Zustand war alarmierend, als er Ende 2023 aus den Fängen eines Hotelbesitzers in der Ukraine befreit wurde, schreibt der Bärenpark auf seiner Internetseite. „Er war abgemagert bis auf die Knochen. Seine Zähne sind durch das verzweifelte Beißen an den Gitterstäben und die schlechte Ernährung bis auf die Stümpfe komplett abgerieben oder abgebrochen“, beschreibt das Bärenparkteam den damaligen Zustand des Tieres.

Der Bär habe vor Hunger geschrien. Über sieben lange Jahre sei „der Bär als Touristenattraktion in einem winzigen Käfig auf Stahlgitterstäben“ dahinvegetiert. Die Kriegssituation in der Ukraine habe ihr Übriges zum Zustand des Bären beigetragen, sodass Mykhailo „zuletzt nur noch ein Stück Fleisch samt Plastikverpackung pro Woche zu fressen bekam“.

Braunbär muss großes Leid ertragen haben

„Es ist unvorstellbar, was er all die Jahre durchlitten haben muss. Lange Zeit gelang es dem Besitzer, die wiederholten Anläufe für Rettungsaktionen von uns und anderen Organisationen abzuwenden. Erst im November 2023 konnte Mykhailo aus seinem tristen Gefängnis befreit werden“, schreibt das Bärenparkteam. Er wurde zunächst in die Auffangstation von der Organisation „Vier Pfoten“ in Domazhyr im Westen der Ukraine gebracht, da ein direkter Transport in den Alternativen Bärenpark Worbis in seinem kritischen Zustand zu weit gewesen wäre.

„Wir sind überglücklich, dass sich Mykhailos körperlicher Zustand durch die medizinische Versorgung und fürsorgliche Pflege in der Auffangstation von in Domazhyr inzwischen deutlich stabilisiert hat. Die Bilder, wie er dort erstmals Naturboden unter den Tatzen spüren darf und Bäume regelrecht umarmt, gehen unter die Haut“, heißt es auf der Internetseite des Parks weiter.

„Jetzt beginnt die heiße Phase der Rettungsaktion Mykhailo. Unser vierköpfiges Einsatzteam, geleitet von Bernd Nonnenmacher und begleitet von Stefan Haug, Sabrina Schröder und Leona Köver, trifft die letzten Vorbereitungen für die Rettungsfahrt ins ukrainische Kriegsgebiet nahe Lwiw“, schreibt das Team des Alternativen Bärenparks am Pfingstsonntag auf seiner Facebookseite.

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Die Organisation stehe, das Team vor Ort im Alternativen Bärenpark ist startklar. Auch die nötigen Papiere, die für eine solche Aktion erforderlich sind, liegen vor, sodass dem Start der Rettungsaktion nichts mehr im Wege stand. „Hoffen wir nun, dass alles gut geht und wir ohne Zwischenfälle mit Mykhailo wieder in Worbis ankommen. Der leidgeplagte Vierbeiner hat die Chance auf ein neues, tiergerechtes Leben als Bär verdient“, schreibt das Bärenparkteam auf der Facebookseite und ruft auf, die Aktion mit Spenden zu unterstützen. Nach Asuka und Popeye, die im März 2022 aus dem Kriegsgebiet gerettet wurden, ist Mykhailo dann der dritte Bär aus der Ukraine.

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