Leistungsdiagnostik zum Saisonauftakt beim FC Carl Zeiss Jena

Jena  Trainer Mark Zimmermann will nach der Sommerpause genau wissen, wie fit die Spieler des FC Carl Zeiss Jena sind. Eine Offensivkraft soll noch kommen.

Die FCC-Spieler Justin Gerlach (l.), Sven Reimann (r.) und René Klingbeil starten im Jenaer Pom mit einem Laktattest in die neue Saison. Foto: Jürgen Scheere

Die FCC-Spieler Justin Gerlach (l.), Sven Reimann (r.) und René Klingbeil starten im Jenaer Pom mit einem Laktattest in die neue Saison. Foto: Jürgen Scheere

Foto: zgt

Die Fußballer des FC Carl Zeiss Jena bereiten sich auf ihre nunmehr fünfte Saison in der Regionalliga nach dem Abstieg aus der 3. Liga vor. Dazu blieb zum Trainingsauftakt gestern der Ball aber erst einmal im Schrank. Vielmehr wollte Trainer Mark Zimmermann durch eine Leistungsdiagnostik wissen, wie fit seine Spieler nach der Sommerpause sind.

Zuerst mussten die 21 Kicker um Kapitän René Eckardt einen Laktattest im Pom Jena absolvieren. Bei diesem durch das Uni-Klinikum Halle durchgeführten Testverfahren wird den Spielern Blut abgenommen und der Laktatwert ermittelt. Zunächst in der Ruhephase, anschließend unter Belastung. Aus der Schwankung des Wertes können die Mediziner Rückschlüsse auf die Fitness der Sportler ziehen. Aber das war für die FCC-Akteure noch nicht alles. Auch eine Laufbandanalyse durch das Lauflabor Jena sowie ein Muskelfunktionstest standen auf dem Programm.

Ausflug in die Kernberge in Vorbereitung geplant

„Wir wollen einfach wissen, wo die Spieler stehen und ihnen gegebenenfalls Hausaufgaben nach dem Training aufgeben, wenn sie sich noch verbessern müssen“, begründete Zimmermann die wissenschaftliche Herangehensweise. Der neue Cheftrainer, der den Posten von Volkan Uluc übernommen hatte, sei an seinem ersten Tag nicht aufgeregt. „Es ist egal, ob du hier oder im Nachwuchs arbeitest, letztlich stehst du immer vor Spielern“, sagte der 42-Jährige, der in der vergangenen Saison die Jenaer A-Junioren in der Bundesliga betreut hatte. „Aber ich bin voller Freude, dass es endlich losgeht.“ Zimmermann stellte seinen Spielern auch in Aussicht, in der Vorbereitung die berüchtigten Kernberge näher kennenzulernen. „Die sind ganz gut, um die Beine aufzupumpen und Jena auch einmal von oben zusehen. So lange sind die meisten Spieler ja noch gar nicht da, das sie diesen Anblick schon oft genießen durften.“

Ein reines Konditionsbolzen ist unter seiner Regie aber nicht angesagt. In verschiedenen Spielformen sollen die Kicker an ihre Leistungsgrenzen herangeführt werden. Einziger neuer Spieler im Kader ist Defensiv­allrounder Matthias Kühne (bisher MSV Duisburg). Geht es nach Zimmermann, holen die Jenaer aber noch eine Offensivkraft. Der Trainer sieht nach dem Abgang von Marcel Bär hier Bedarf. Natürlich gestaltet sich die Suche nach neuen Akteuren ein bisschen leichter, seit feststeht, dass die Jenaer in der ersten Runde des DFB-Pokals Bayern München empfangen. „Dieses Highlight wollen natürlich viele miterleben“, sagte Zimmermann.

Das Hauptaugenmerk des FC Carl Zeiss gelte in der neuen Saison aber der Regionalliga. „Wir wollen nicht im Januar wieder sagen, wir konzentrieren uns auf den Pokal.“ Ziel müsse es sein, solche Leistungen wie im Thüringer Pokalendspiel gegen Rot-Weiß Erfurt (2:0) auch konstant in der Liga abzuliefern. „Daran müssen wir jede Woche arbeiten. Bringen wir diese Leistung regelmäßig, haben wir auch in der Regionalliga gute Chancen.“ Das Saisonziel Aufstieg ausrufen, will der neue Cheftrainer aber nicht, er hält einen Platz im oberen Tabellendrittel für realistisch. Favoriten auf den Staffelsieg sind für ihn Energie Cottbus, RB Leipzig II sowie der Berliner AK.

Bereits heute bestreitet der FC Carl Zeiss Jena beim SV Bielen 1926 (bei Nordhausen) sein erstes Testspiel. Anschließend geht es ab Sonntag zweieinhalb Tage in ein Trainingslager im Thüringer Wald nach Finsterbergen. „Eigentlich wollten wir in Kloster zelten, aber leider ist der Wasserstand der Bleiloch Talsperre zu hoch“, sagte Zimmermann.

Bisher sind sieben weitere Testspiele sowie ein Trainingslager in Belgien (12. bis 16. Juli) geplant. Saisonstart ist dann am letzten Juli-Wochenende.