Nemos Freunde: Ungebetene Gäste im Rhein

Sie leben in unseren Seen, Flüssen und Bächen. Meist ganz still und heimlich. Oft bemerken wir gar nicht, dass sie da sind. Dabei sind es mittlerweile schon ganz schön viele!

Grundeln fühlen sich im Rhein wohl – und breiten sich dort immer weiter aus. Per Schiff werden sie aus Versehen von Hafen zu Hafen mitgenommen. Foto: dpa/Senckenberg

Grundeln fühlen sich im Rhein wohl – und breiten sich dort immer weiter aus. Per Schiff werden sie aus Versehen von Hafen zu Hafen mitgenommen. Foto: dpa/Senckenberg

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Gelnhausen. In Flüssen wie zum Beispiel dem Rhein leben eine Menge Tierarten, die da eigentlich gar nicht hingehören. Zum Beispiel bestimmte Fische, Muscheln, Schnecken oder Krebse.

Sie alle kamen dort bis vor einigen Jahren noch überhaupt nicht vor. Die Tiere stammen aus anderen, oft fernen Ländern. Fast jeden Tag landen neue, fremde Tierarten im Wasser des Rheins.

"Aber nicht alle Tiere, die eingeschleppt werden, schaffen es auch, sich hier zu behaupten", sagt der Forscher Stefan Stoll. Er befasst sich seit vielen Jahren mit der Ausbreitung fremder Tierarten. Einige von ihnen schaffen es, in unseren Flüssen zu überleben. Sie bekommen Nachwuchs und siedeln sich dauerhaft an.

Das kann ohne große Probleme ablaufen. Es gibt aber einige Arten, die schädlich oder gar gefährlich werden können. Die Forscher sprechen dann von invasiv. Wenn sich die Tiere ausbreiten, bringen sie manchmal das Gleichgewicht in einem Fluss durcheinander. Das kann zum Beispiel dadurch passieren, dass die fremden Arten eine fiese Krankheit mit sich herumtragen. Ihnen selbst macht die Krankheit meist nicht viel aus. Den Tierarten, die schon vorher dort gelebt haben, fällt es dagegen oft schwer, sich zu wehren. Sie werden krank.

Einige der eingewanderten Arten fressen auch die Eier anderer Fische. Das machen zum Beispiel die Grundeln. Das sind kleine Fische, sie werden etwa zwölf Zentimeter lang. Ursprünglich stammen sie aus dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer. Beide liegen weit weg von uns. Doch mittlerweile findet man Grundeln fast im ganzen Rhein. "Die Tiere haben sich rasend schnell vermehrt", sagt der Fachmann.

Doch wie kamen die Grundeln überhaupt in den Rhein? Durch uns Menschen - durch die vielen Schiffe, die kreuz quer über die Gewässer fahren, von einem Land zu anderen, von Hafen zu Hafen. Nicht nur die Grundeln wurden auf diese Weise eingeschleppt. Sondern auch viele andere Arten.

Das passiert zum Beispiel so: Aus Versehen werden die Tiere in Wasser-Tanks der Schiffe gesogen. Die Tanks sind dazu da, das Schiff im Gleichgewicht zu halten. Das ist besonders dann wichtig, wenn nur wenig Ladung an Bord ist. In den Häfen werden die Tanks befüllt - oder eben auch entleert. So landen die Tiere dann zum Beispiel in einem Hafen im Rhein. Von dort ziehen sie immer weiter im Wasser.

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