Eisenacher Puppenspieler kämpft gegen soziale Kälte

Beim Puppentheater kreisen die Gedanken meist zu schnell um ein quirliges Kasperle und kreischende Kinder vor der Bühne. Die Kraft des Puppenspiels wirkt jedoch auch im Alter. Die Vorstellungen des Figurentheaters vom "Atelier Zeitwert" aus Eisenach verblüffen, stimmen nachdenklich, ja, Gäste verlassen mitunter zu Tränen gerührt die Vorstellung. Wenn der Vorhang gefallen ist, hört Andreas Kellner oft: "Was hast du nur mit uns gemacht?"

"Ach, wie wurde sie geschunden, meine liebe, gute Seele, Schweigen heilet keine Wunden, drum hört und seht, was ich erzähle." Mit diesen Worten will Andreas Kellner demnächst die Fortsetzung von "Die Müh'l" beginnen. Foto: Norman Meißner

"Ach, wie wurde sie geschunden, meine liebe, gute Seele, Schweigen heilet keine Wunden, drum hört und seht, was ich erzähle." Mit diesen Worten will Andreas Kellner demnächst die Fortsetzung von "Die Müh'l" beginnen. Foto: Norman Meißner

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Eisenach. Das Figurentheater verlangt, die Seele zu öffnen, um es verstehen, es erleben zu können. Sein Spiel nimmt die soziale Kälte der Gesellschaft unter Beschuss. Humor und Witz liegen zwischen seinen Zeilen, und dennoch feuert er klar und deutlich die Botschaft ab: "Ich setze die Bühne als moralische Anstalt ein." Kellner rückt die ins Licht, die durch Ausweglosigkeit und verordnete Armut an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, kämpft gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung sozial Schwächerer. Das Miteinander, sich gegenseitig stützen, sich halten und diejenigen nicht loszulassen, die am Ertrinken sind, ist zur Maxime geworden. "Menschen gewöhnen sich und gewöhnen sich, alles hinzunehmen", fügt er zynisch hinzu.

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