Eine Oper von Friedrich Lux soll in Ruhla aufgeführt werden

Er ist ein großer Sohn der Stadt. Nun wollen einige Bürger aus Ruhla im Verein mit Kulturfreunden aus ganz Deutschland eine Oper des Komponisten Friedrich Lux am Originalschauplatz in Ruhla (Wartburgkreis) aufführen.

Ruhla. (ep) Die Bergstadt Ruhla stellt sich einer großen Herausforderung. Heimatfreunde und Sympathisanten wollen Ruhla zu einer Festspielstadt machen und erinnern sich dabei an einen ihrer großen Söhne. Die Gründungsversammlung des "Friedrich Lux- Kuratoriums-Ruhla" fand in der "Geißen Alm" statt. Damit ging nicht nur für den Wirt und Vorsitzenden des Fremdenverkehrsvereins Dieter Koch ein Wunsch in Erfüllung. Vor allem hoch erfreut sind die Mitglieder der Folklorevereinigung "Alt-Ruhla". Sie alle träumen schon lange davon, Friedrich Lux, dem Urvater ihres Vereins und größten Orgelvirtuosen seiner Zeit, ein musikalisches Denkmal zu setzen. Eines aus Stein bauten sie bereits 1899 am "Dichterhain" in Ruhla. Nun wollen sie seine Oper "Der Schmied von Ruhla", deren Uraufführung sich im Jahre 2012 zum 130. Male jährt, in seiner Geburtsstadt erneut aufführen. Gleichzeitig möchten sie ein bleibendes, Identität stiftendes kulturelles Ereignis für die Region etablieren. Auch der Spielort steht schon fest. Dieser soll Mitten in der Altstadt von Ruhla, auf dem Kurhausplatz (Gymnasium) im Ambiente der ehemaligen Kurpromenade in einem Festspielzelt sein. Ziel ist es, so Daniel Preußker, Erfurter Hobbymusiker, Stadtplaner und Mitglied in "Alt-Ruhla", die Stadt Ruhla und den ländlichen Raum kulturell attraktiver zu machen und daraus eine lebendige Zukunft zu gestalten. Man sieht es als Chance an, etwas Neues, Einzigartiges in Ruhla entstehen zu lassen, nachdem "die Wende mit dem Wegfall der Industrie eine Art Lethargie über Ruhla gebreitet" habe, so Dieter Koch. Außerdem will das Kuratorium das Zusammengehörigkeitsgefühl der Rühler und das Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten und Kraft stärken. Durch das Thema "Festspielstadt Ruhla" knüpft das Kuratorium wieder an die ehemals bereits in Ruhla vorhandenen Traditionen an. Die Stadt war vor der Industrialisierung schließlich auch als Bad oder Kurort bekannt. Im Sommer 2012 soll das Event starten, so wollen es die Mitglieder des Kuratoriums, zu dem auch Nachfahren des Künstlers gehören, der 1820 in Ruhla das Licht erblickte. Aber es waren zur Gründungsversammlung auch der Ortschronist Lotar Köllner gekommen, genauso wie der Musikdirektor der Universität Jena, Sebastian Krahnert, der Geschäftsführer des Akademischen Orchesters Erfurt Jens Kobe, der Vorsitzende der Folklorevereinigung "Alt-Ruhla" Hans-Joachim Brenn und sein Stellvertreter Detlef Fuhlrott, und viele mehr, die einfach dabei sein wollen. Aber es sollen noch viel mehr Mitgestalter gewonnen werden. Grundlage Durch die Gründung des Kuratoriums sei erst einmal die organisatorische Grundlage zur Realisierung des Projektes geschaffen. Die finanzielle Absicherung muss über Sponsorensuche und Fördermittelbeschaffung erfolgen. Im Jahre 1882 wurde die historisch-romantische Oper in drei Akten sehr erfolgreich in Mainz uraufgeführt, wo Friedrich Lux bis zu seinem Tode im Jahre 1895 lebte. Danach kam sie auf über 30 Bühnen zum Erfolg von Rostock bis Basel, von Chemnitz bis Straßburg. Danach geriet sie weitgehend in Vergessenheit. Das soll ein Ende haben. Das Kuratorium plant eine Opernaufführung am authentischen Ort der Opernhandlung. Deshalb werden neben den noch zu verpflichtenden professionellen, national und international bekannten Hauptdarstellern (sieben Solisten) auch Akteure aus der Folklorevereinigung "Alt-Ruhla", der Stadt Ruhla und der Region mit dem Akademischen Orchester Erfurt e.V. und einem noch zu bildenden Chor gemeinsam auf der Bühne auftreten. Die musikalische Oberleitung übernimmt der Universitätsmusikdirektor der Friedrich Schiller Universität Jena, Sebastian Krahnert. Für die Regie konnte der Weimarer Sänger und Opernregisseur Patrick Rohbeck gewonnen werden.