"Lux verbindet" nicht nur die Ruhlaer

Ruhla auf dem Weg zum Festspielort. Es gibt Visionäre, die sich dabei großer Künstler erinnern deren Wiege in der Bergstadt stand. Der Komponist Friedrich Lux ist einer davon.

Der junge rumänische Violinist Dragos Manza und Alina Bercu am Piano sorgten mit Werken von Mozart, Brahms und Enescu für ein außergewöhnliches Konzert. Foto: Susanne Reinhardt

Der junge rumänische Violinist Dragos Manza und Alina Bercu am Piano sorgten mit Werken von Mozart, Brahms und Enescu für ein außergewöhnliches Konzert. Foto: Susanne Reinhardt

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Ruhla. Die romantische Oper „Der Schmied von Ruhla“ ist eines seiner vergessenen Werke. Sie sol 2013 wieder aufgeführt werden. Zahlreiche Veranstaltungen eilen dem voraus oder schließen sich diesem an. Die Auftaktveranstaltung zu „Lux verbindet“ fand am Samstag in der Concordia Kirche statt.

Das Hauptschiff der Winkelkirche war bestens besucht. Viele wollten den Moment erleben, der die Weichen für Zukünftiges stellen soll. Die Veranstalter vom erst Ende vergangenen Jahres gegründeten Lux-Festspielvereins hatten den ehemaligen Erfurter Stadtbaudirektor, Professor Hermann H. Saitz gewonnen. Im Anschluss sorgten bekannte Virtuosen wie der junge rumänische Violinist Dragos Manza und Alina Bercu am Piano mit Werken von Mozart, Brahms und Enescu für ein außergewöhnliches Konzert.

Pfarrer Gerhard Reuther, der im Jahr zu diversen kulturellen Veranstaltungen unter der Überschrift „Konzert im Winkel“ in die Kirche St. Concordia einlädt, sieht in den geplanten Vorhaben des Lux-Festspielvereins eine positive Erweiterung seines Vorhabens. Das Programm der beiden Künstler am Auftaktabend sprach für sich. Man hätte eine Stecknadel fallen hören, so andächtig verfolgte das Publikum die Darbietung.

Dabei richtete sich der Blick der Zuschauer auch auf ein Bildnis, das auf einer Staffel im Altarraum stand. Das Gemälde zeigte ein Portrait von Friedrich Lux, das bis dato im Depot des Ruhlaer Tabakpfeifen und Museum für Stadtgeschichte schlummerte. Mit finanzieller Hilfe der Sparkassenstiftung des Wartburgkreises konnte es nun restauriert werden. Im Juni soll das Bildnis bei der Eröffnung einer Sonderausstellung dem Museum feierlich übergeben werden.

Die Metamorphose ist beispielhaft

Über die Bedeutung der Festspielidee sprach Professor Saitz. Er selbst habe eine enge Beziehung zu Ruhla, erläuterte der Stadtbaurat a.D.. Seit 1968 besuche er die Bergstadt regelmäßig und verfolge deren Entwicklung. Anfänglich enttäuscht über die Industrialisierung und damit Zerstörung eines „Menschenortes“ sowie dessen späteren Zerfalls, „begiff ich nun, dass es den Menschen gelungen ist, dem geschundenen Ruhla wieder eine Zukunft zu geben.“

Die Metamorphose Ruhlas sei beispielhaft für den Osten. Nun stehe die Frage, wie geht es weiter? Wie hundert andere Regionen in diesem Deutschland, so erläuterte Saitz, habe die Stadt nun die besten Voraussetzungen, eine „So da-Region“ zu werden. Damit dies nicht geschieht, gäbe es glücklicherweise Visionäre, die sich im Lux-Festspielverein zusammengefunden haben. Sie verfolgen ein anderes Ziel als nur „unauffällig, gesichtslos, durchschnittlich zu sein“.

Saitz nannte den gemeinsamen Flächennutzungsplan für das gesamte Erbstromtal als ersten technischen Schritt. Um aber nun auch die Menschen darin mitzunehmen, bedarf es der Kultur.

Friedrich Lux sei eine Chance dafür, auch, wenn das Festival vielleicht kein „Rosenbukett“, sondern vermutlich nur ein „wunderbarer Sommerblumenstrauß“ werde. Und Dagmar Claaßen, die Vorsitzende des Festspielvereins ergänzte: „Es geht nicht nur um die Wiederentdeckung und Wiederaufführung einer Oper, sondern um die Entwicklung eines kulturellen Beitrags zum touristischen Marketing der Region und um die Stiftung von Identität“. Dazu gehörten zum Beispiel neben weiteren Konzerten eine Sonderschaueröffnung, ein Fachvortrag zum Gesamtwerk von Friedrich Lux sowie die Beteiligung am Festumzug anlässlich des 350. Jubiläums der Weihe der St. Concordia Kirche.