Energiesparen: Eisenacher Schule erhält Prämie

Wenn die Schulen in der Stadt weiter so fleißig Energie sparen und der Kämmerer das Geld auf die hohe Kante legt, dann wird es vielleicht doch noch etwas mit einer neuen Stadthalle.

Gingen mit Prämien in der Tasche in ihre Schulen zurück: Bernhard Hennig, Volker Schmidt, Christina Voigt, Christiane Göpel, Gabriele Erbe, Roswitha Becker, Kerstin Sack, Nico Groth und Heike Apel. Darüber freuten sich auch Dezernentin Dorothea Hegele (SPD/4.v.r.) und Nikolaus Huhn von der Firma "Energie gewinnt!" (hinten Mitte) aus Jena, die das Projekt federführend begleiteten. Foto: Rita Specht

Gingen mit Prämien in der Tasche in ihre Schulen zurück: Bernhard Hennig, Volker Schmidt, Christina Voigt, Christiane Göpel, Gabriele Erbe, Roswitha Becker, Kerstin Sack, Nico Groth und Heike Apel. Darüber freuten sich auch Dezernentin Dorothea Hegele (SPD/4.v.r.) und Nikolaus Huhn von der Firma "Energie gewinnt!" (hinten Mitte) aus Jena, die das Projekt federführend begleiteten. Foto: Rita Specht

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Eisenach. Nach Abschluss des zweiten Jahres von insgesamt fünf des Projektes "Energiesparen macht Schule" konnte Projektbegleiter Nikolaus Huhn vom Unternehmen "Energie gewinnt!" aus Jena am Mittwoch, 18. September, erneut ein überaus positives Fazit ziehen.

Waren es 2011 insgesamt rund 64.000 Euro, die durch Energiesparmaßnahmen an beteiligten Schulen eingespart werden konnten, sind es dieses Jahr sogar 85.000 Euro. 30 Prozent dieser Summe fließen an die Schulen zurück, deren Vertreter im Stadtratssaal im ehemaligen Rautenkranz ihre Prämien erhielten.

Die Stadt sparte dieses Jahr mit Hilfe des Projektes etwa 34.320 Euro ein, 2011 waren es 25.000 Euro. Verlierer sind die Lieferanten von Strom, Wärme und Wasser. Gewinner ist die Umwelt, denn in die wird weniger Kohlenstoffdioxid geblasen. Exakt hat Nikolaus Huhn eine Bilanz von 227 Tonnen ermittelt, um die sich die Emissionen verringert haben. Dies sei zwar nicht annähernd der Wert, den sich die Stadt Eisenach in ihrem Energiebericht zum Ziel gesetzt hat, aber dennoch eine beachtliche Verringerung, die etwa 1,3 Millionen Auto-Kilometern entspräche, die weniger gefahren worden seien, so Nikolaus Huhn.

Bürgermeister Andreas Ludwig (CDU) bedankte sich bei den beteiligten Schulen für deren Engagement. Er finde das Projekt großartig, sagte er, und überreichte den Vertretern die Prämien - insgesamt 25.755 Euro. Dezernentin Dorothea Hegele (SPD) informierte sich ebenfalls über das Projekt und ließ sich gleich in einen Verteiler aufnehmen, der ihr garantiert, dass sie jede Woche Energiespartipps der Firma "Energie gewinnt!" aus Jena erhält. Sie könne sich durchaus vorstellen, das Konzept auch auf die Museen zu übertragen, sagte sie.

Heizenergieverbrauch sank um rund 14,6 Prozent

Im Durchschnitt konnte im Projektjahr 2012 der Heizenergieverbrauch um rund 14,6 Prozent gesenkt werden. Der Stromverbrauch fiel um 11 Prozent, und auch Wasser wurde weniger verbraucht. Zwar gibt es bei jeder einzelnen Position auch "Ausreißer", also Schulen, in denen mal mehr Strom oder mehr Wasser verbraucht wurde als im vergangenen Jahr, doch unterm Strich ist die Bilanz positiv, würdigte Nikolaus Huhn die Anstrengungen, das Nutzerverhalten dauerhaft zu ändern und so die Umwelt zu schonen. Ziel des Konzeptes ist es darüber hinaus, den Schülern ein angenehmes Lernklima mit möglichst optimalen Werten bei Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO 2 in den Schulräumen zu bieten.

Dass da noch viel im Argen liegt, beschrieb beispielsweise die Vertreterin der Goetheschule, wo sich einerseits die Heizungen nicht abstellen lassen und andererseits der Computer- und Chemieraum sehr kalt sind.

Das größte Problem in der Pestalozzischule sei die Übergangszeit, so der Vertreter des Förderzentrums. Die etwa 16 Jahre alten Lamellenvorhänge dort seien mittlerweile so altersschwach, dass sie das Licht stark durchließen.

Wenn die Sonne kommt, werde es problematisch mit dem Unterrichten, sagte er. Außerdem könne das Treppenhaus nicht partiell beleuchtet werden. Es gehe nur Licht ein oder aus. Nikolaus Huhn will sich die Problembereiche anschauen. Die Schulen können sich jederzeit an die Jenaer wenden. Er bot den Eisenacher Bildungseinrichtungen auch eine Energieausstellung an. Sie soll helfen, dass sich das Wissen um Sparmöglichkeiten verstetigt.

Gast in Eisenach war zudem ein Vertreter der Firma "Infrawarm" aus dem hessischen Aßlar, die Infrarot-Heizkörper anbietet. Er erläuterte deren Vorzüge und bot kostenlose Testläufe in Schulen an, die das wünschten. Mit Infrarotstrahlung würden heute viele Burgen und Schlösser warm gehalten, so der Firmenvertreter.

Er sei zwar eigentlich ein Gegner von Stromheizungen, so Nikolaus Huhn, doch diese Produkte mit Leistungen zwischen 300 und 500 Watt hält er für sinnvoll, was ihren punktuellen Einsatz in Schulen betrifft.

Am Energiespar-Projekt beteiligen sich bislang die Georgenschule, Jacobschule, Hörselschule, Oststadtschule, Goetheschule, Geschwister-Scholl-Schule, Elisabeth- und Abbe-Gymnasium, Mosewaldschule, Berufsschulzentrum "Ludwig Erhardt", Schulteile II und V und Pestalozzi-Förderzentrum.

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