Infektiologen: Fehlende Ausgangsbeschränkungen in Thüringen bedenklich

Erfurt / Jena.  Vergleichsweise niedrige Infektionslage in Thüringen soll bewahrt werden, fordern die Experten Mathias Pletz und Rainer Lundershausen in einem Brief an Ministerpräsident Ramelow.

Parks in Pößneck sind gesperrt. Lutschgenpark und Themenpark um Shedhallle

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Foto: Marcus Cislak

Die Infektiologen Mathias Pletz von der Uniklinik in Jena und Rainer Lundershausen, Facharzt in Erfurt, fordern konsequente Ausgangsregeln sowie Maßnahmen zu deren Kontrolle. In einem offenen Brief an Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) verweisen die Experten am Samstag auf größere Gruppenbildungen im öffentlichen Raum.

Der Erlass des Gesundheitsministeriums umfasse zwar bereits weitgehende Regelungen für die Landkreise, beinhalte aber keine Ausgangsbeschränkung für die Bevölkerung. „Gegenwärtig haben wir die Chance: die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Infektion zu reduzieren. Auch nach internationalen Erfahrungen ist das nur durch eine kontrollierte Mobilitätsbeschränkung der Bevölkerung möglich“, schreiben die beiden Infektionsmediziner. Noch habe Thüringen eine vergleichbar niedrige Infektionslage.

Dieser Vorteil müsse durch schnelles und konsequentes Handeln erhalten bleiben. Die Ministerpräsidenten der Länder wollen morgen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Notwendigkeit von Ausgangssperren beraten. Das Schreiben der Infektiologen an Thüringens Regierungschef liegt der Redaktion in Kopie vor.

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