Thüringer Jugendherbergen bieten Räume für Schulunterricht an

Erfurt.  Jugendherbergen in Thüringen bieten ihre Räumlichkeiten als Nebenstandorte für Schulen an. Das Bildungsministerium verweist an die Kommunen.

Das Deutsche Jugendherbergswerk bietet seine Häuser für den Schulunterricht in der Corona-Krise an.

Das Deutsche Jugendherbergswerk bietet seine Häuser für den Schulunterricht in der Corona-Krise an.

Foto: Marco Schmidt

Im Freistaat könnten während der Corona-Pandemie Jugendherbergen künftig als vorübergehende Nebenstandorte von Schulen genutzt werden. „Grundsätzlich sind wir bereit, Hilfestellung zu leisten“, sagte der Geschäftsführer des Thüringer Jugendherbergslandesverbandes, Peter Kraft, dieser Zeitung. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Im Einzelfall richte sich das nach den Gegebenheiten der jeweiligen Standorte und der Nähe der Schule. Geeignet seien Räume, in denen beispielsweise Tagungen und Seminare stattfänden. In Thüringen gibt es 17 Jugendherbergen, bundesweit sind es rund 450 Häuser.

Der Deutsche Jugendherbergsverband (DJH) hatte dem Bundesbildungsministerium in dieser Woche ein Angebot gemacht, um landesweit für Entlastung zu sorgen. Zur Begründung verwies der DJH auf Debatten über geteilte Klassen oder Unterricht in anderen Räumen, damit weniger Schüler an einem Ort zusammenkommen und Infektionsraten gesenkt werden.

Bildungsministerium verweist auf Kommunen

Zurzeit sind die Jugendherbergen geschlossen. Lediglich Geschäftsreisende dürfen aufgenommen werden. Das sei nur in seltenen Fälle an den großen Standorten wie Erfurt und Weimar der Fall, sagte Kraft.

Das Thüringer Bildungsministerium hat nach eigenen Angaben noch kein entsprechender Vorschlag erreicht. „Ein solcher wäre dann insbesondere auch auf Schulträgerseite, also in den Kommunen, hinsichtlich der Praktikabilität zu prüfen. Denn für die Zurverfügungstellung von Räumlichkeiten für den Schulbetrieb sind diese originär zuständig“, teilte ein Sprecher von Minister Helmut Holter (Linke) auf Anfrage mit. Zudem wäre die Frage der Schülerbeförderung tangiert, ebenfalls kommunale Angelegenheit mit den bekannten Schwierigkeiten.

Die Gruppenräume in den Häusern der 14 DJH-Landesverbände könnten „schnell und einfach zu Klassenräumen umfunktioniert werden“, hieß es. Auch die Verpflegung größerer Schülergruppen sei kein Problem.

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